Das Vereinsheim des Sportvereins Vaihingen muss dringend saniert werden. Foto: Torsten Schöll

Das neu gewählte Präsidium des SV Vaihingen bleibt vorerst unvollständig, bereits in einem Jahr soll neu gewählt werden. Derweil stehen in Stuttgart große Bauprojekte an.

Der Sportverein Vaihingen hat ein neues Präsidium gewählt. Einige Posten blieben allerdings unbesetzt. Dabei steht der Verein vor großen Herausforderungen. Mehrere Bau- und Sanierungsprojekte warten in den Startlöchern. Seit Ende März führt Michaela Netzer-Voit als neue Präsidentin den 1889 gegründeten Sportverein. Mit mehr als 2500 Mitgliedern und zwölf Abteilungen ist der SV Vaihingen einer der größten Sportvereine in Stuttgart. Zuletzt wurde er an zehnter Stelle gelistet.

 

Netzer-Voit löste Ulrich Bayer ab, der genauso wie der bisherige Vizepräsident Finanzen, Thomas Illig, nicht mehr zur Wahl stand. Vizepräsidentin Geschäftsführung blieb Silke Stegmaier. Klaus Schapelt ist künftig Vizepräsident Liegenschaften.

Die Amtszeit des Vereinspräsidenten beträgt üblicherweise zwei Jahre

Die neue Präsidentin, die seit 1983 Vereinsmitglied ist, betont, dass sie eigentlich das Kassenamt angestrebt habe und bezüglich der Führungsposition nur „in die Bresche gesprungen“ sei. Die Präsidentschaft sei deshalb zunächst auf ein Jahr begrenzt. „Dann soll es wieder Neuwahlen geben“, sagt Michaela Netzer-Voit. Die Amtszeit des Vereinspräsidenten beträgt üblicherweise zwei Jahre. „Es ist ganz schwierig, Menschen zu finden, die sich ehrenamtlich engagieren wollen“, erklärt Netzer-Voit den Umstand, dass bei der Präsidiumswahl keine Verantwortlichen für die Bereiche Sportartentwicklung, Marketing und Kommunikation sowie Schriftführung gefunden werden konnte. Weil der Posten für die Finanzen nicht vakant bleiben darf, übt Netzer-Voit eine Doppelfunktion aus.

Michaela Netzer-Voit ist die neue Präsidentin des SV Vaihingen. Foto: Torsten Schöll

Die nicht besetzten Posten, die schon zuvor vakant waren, seien eine Herausforderung, betont Netzer-Voit. Das gelte umso mehr, weil der Verein unmittelbar vor mehreren anspruchsvollen Bauprojekten stehe und auch die Vereinsfinanzen „auf Vordermann“ gebracht werden müssten. Wie Netzer-Voit und Geschäftsführer Oliver Betzler unterstreichen, hatte im März 2023 die Finanzbuchhalterin des Vereins gekündigt und konnte erst ein Jahr später ersetzt werden. Da nun zunächst die fehlenden Abschlüsse für 2022 und 2023 aufgearbeitet werden mussten, liege für 2024 noch kein Abschluss vor. Das ausgeschiedene Präsidium konnte daher nicht entlastet werden.

Das größte Bauprojekt des Vereins ist die dringend notwendige Sanierung des Vereinsheims in der Dürrlewangstraße 70, das auch vom 800 Mitglieder starken TSV Georgii-Allianz mitgenutzt wird. Betzler fungiert als Geschäftsführer beider Sportvereine.

Die geplanten Kosten werden wegen der gestiegenen Baupreise nicht ausreichen

„Es ist geplant, dass wir die Gaststätte, die Geschäftsstelle und die Hausmeisterwohnung erneuern“, sagt Netzer-Voit. Zudem benötige das Gebäude aus dem Jahr 1966 eine umfassende energetische Sanierung. Ein eigentlich ebenso notwendiger Neubau des Umkleidetrakts werde aufgrund der finanziellen Belastung durch die Sanierung hintangestellt.

Das Kostenvolumen für die anstehende Sanierung des Vereinsgebäudes sei zuletzt mit 2,1 Millionen Euro beziffert worden, erklärt Betzler. Das werde jedoch wegen gestiegener Baupreise absehbar nicht ausreichen. Baustart für das Sanierungsprojekt soll dennoch bereits in diesem Jahr sein.

Im Haushalt sind seit zehn Jahren 450 000 Euro eingestellt

Geplant sei zudem die Errichtung einer offenen Kaltlufthalle, die überwiegend, aber nicht vollständig, von der Stadt finanziert werde. Die rund 30 mal 15 Meter große Multifunktionshalle soll in der Heßbühlstraße 15 entstehen. „Im städtischen Haushalt seien dafür seit zehn Jahren 450 000 Euro eingestellt“, sagt Betzler. Auch hier werde mit erheblichen Mehrkosten gerechnet.

Die Halle soll künftig vom SV Vaihingen betrieben und auch von anderen Vereinen genutzt werden können. Eine Baugenehmigung liege für die Halle noch nicht vor. Als drittes Projekt stehe die Erneuerung des Stadions durch die Stadt an. Das Oval an der Dürrlewangstraße soll unter anderem eine neue Laufbahn erhalten.