Joe Biden will US-Präsident werden. Foto: dpa/Andrew Harnik

Zum Abschluss des Parteitags der US-Demokraten hielt Präsidentschaftskandidat Joe Biden die wichtigste Rede seiner politischen Karriere. Er setzte einen hoffnungsvollen Ton und versprach, Amerika zu einen.

Wilmington - Joe Biden hat versprochen, die von Krisen geschüttelten Vereinigten Staaten von Amerika zu einen. „Hier und jetzt gebe ich Ihnen mein Wort, wenn Sie mir die Präsidentschaft anvertrauen, werde ich die Besten von uns einsetzen, nicht die Schlechtesten“, erklärte Biden am Donnerstagabend (Ortszeit) in Wilmington (US-Bundesstaat Delaware) und nahm die Nominierung als demokratischer Präsidentschaftskandidat an. „Ich werde ein Verbündeter des Lichts sein, nicht unserer Dunkelheit.“

Lesen Sie hier: Joe Biden im Porträt – Der späte Hoffnungsträger

In seiner Rede, der wichtigsten seiner jahrzehntelangen Karriere, sprach Biden sowohl seine Sicht auf die Welt, als auch eine Reihe persönlicher Schicksalsschläge an, die sein Leben geprägt haben, wie der Unfalltod seiner ersten Frau und der Tod seines Sohnes Beau. Er zog einen scharfen Kontrast zum republikanischen Amtsinhaber Donald Trump, behielt aber einen hoffnungsvollen Ton. In einem geeinten Amerika könnten Herausforderungen wie die Coronavirus-Pandemie und der wirtschaftliche Einbruch überwunden werden.

Seine Kritiker beklagen oft seine Fähigkeit, unter Druck zu sprechen, doch bei der Rede am Donnerstagabend geriet er nicht ins Stolpern. Er sprach praktisch ohne Publikum vor Ort, da der viertägige Parteitag, der am Donnerstag zu Ende ging, weitgehend virtuell abgehalten wurde.

Viele jüngere Sprecher kommen zu Wort

Bidens positiver Fokus stand auch im Gegensatz zu den scharfen Warnungen von Ex-Präsident Barack Obama und anderen am Mittwochabend. Der 44. Präsident der USA hatte gewarnt, dass die amerikanische Demokratie zerfalle könne, wenn Trump wiedergewählt werde. Sollte Biden Trump am 3. November schlagen, wäre er mit 77 Jahren der älteste gewählte Präsident.

Beim Parteitag kamen deshalb auch viele jüngere Sprecher zu Wort. So waren beispielsweise die Kinder und Enkelkinder Bidens ebenfalls in Beiträgen zu sehen. Tammy Duckworth, ein Senator aus Illinois, der beide Beine im Irakkrieg verloren hat und zwei kleine Kinder großzieht, sagte, Biden habe allgemeinen Anstand. Cory Booker, der erst neunte schwarze Senator der US-Geschichte, sagte, Biden glaube an die Würde aller arbeitenden US-Bürger.

Und Pete Buttigieg, der 38-jährige, schwule Veteran aus Indiana merkte an, dass Biden sich sogar noch vor dem früheren Präsidenten Barack Obama für die gleichgeschlechtliche Ehe ausgesprochen habe. „Joe Biden hat Recht, dies ist ein Wettbewerb um die Seele unserer Nation. Und für mich ist das nicht der Wettbewerb zwischen guten Amerikanern und bösen Amerikanern“, sagte Buttigieg. „Es ist der Kampf darum, zu benennen, was gut für alle Amerikaner ist.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: