VfB-Präsident Claus Vogt weiß aus eigener Erfahrung, was Fußballfans bewegt. Foto: Baumann

Vor der wegweisenden DFL-Mitgliederversammlung spricht Claus Vogt über die mögliche Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Profifußball. Der VfB-Präsident ist in Sorge – bei anderen Clubs jedoch herrscht die blanke Not.

Stuttgart - Mit Spannung blickt auch Claus Vogt diesem Donnerstag entgegen, wenn bei der virtuellen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) die konkreten Pläne für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Ersten und Zweiten Bundesliga festgezurrt werden sollen. „Wir wissen, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist, aber ein Wochenende mit Fußball ist nun einmal schöner als ohne“, sagte der Präsident des VfB Stuttgart im VfB-Podcast unserer Redaktion, der ab Donnerstagabend abrufbar ist.

Verständnis äußerte der ehemalige Fan­aktivist gleichzeitig für Ultra-Gruppierungen, die die geplanten Geisterspiele kategorisch ablehnen: „Auch ich bin ein Stadiongänger und liebe die Stimmung. Spiele ohne Zuschauer sind keine Festtage, sondern traurigere Spiele“, sagte Vogt. Doch seien Geisterspiele wichtig, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen: „Die Lage ist definitiv ernst, da gibt es nichts zu beschönigen.“

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In der Bundesliga gelten vor allem zwei Clubs als extrem gefährdet: Werder Bremen, das kaum Eigenkapital aufweist, im Sommer aber Kaufverpflichtungen für Spieler wie Leonardo Bittencourt von 25 Millionen Euro eingegangen ist. Und der FC Schalke 04, der sich laut „Bild“ schon vor der Saisonunterbrechung die vierte Tranche der TV-Zahlungen in Höhe von 15 Millionen Euro von einem Kreditgeber hatte auszahlen zu lassen. Zum Jahresabschluss 2019 belasteten den Revierclub Verbindlichkeiten in Höhe von 200 Millionen Euro.

Bitterernst ist die Lage auch beim Karlsruher SC. Der hochverschuldete Zweitligist will seine Mitglieder am 15. Mai über die geplante Insolvenz in Eigenverwaltung abstimmen lassen. Damit könnte der finanziell angeschlagene Verein unter der Kontrolle eines Sachwalters selbstständig Lösungen mit seinen Gläubigern herbeiführen. Vorerst aber versucht die KSC-Führung weiter, die Insolvenz doch noch abzuwenden.

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