Der Stuttgarter Autohersteller Porsche AG schreibt immer noch einen Milliardengewinn, der aber deutlich niedriger ist als im Vorjahr. Nun steht die Höhe der Sonderzahlung fest.
Im vergangenen Jahr war die Welt bei vielen Autoherstellern noch in Ordnung – auch bei Porsche. Das ließ sich auch an der hohen Gewinnbeteiligung von 9690 Euro ablesen, mit der das Unternehmen den hohen Vorjahreswert von 9050 Euro sogar noch übertraf.
In diesem Jahr wird der Bonus allerdings deutlich geringer ausfallen. Er beläuft sich auf 5250 Euro. Dies gab die Porsche AG soeben gegenüber den Beschäftigten bekannt.
Die Kürzung der Prämie, die mit dem Aprilgehalt ausgezahlt wird, sei Teil des unternehmensweiten Ergebnisprogramms. Ziel des Programms sei es, in allen Unternehmensbereichen Potenziale zu heben und Kosten zu senken – mit dem langfristigen Ziel, weiterhin wirtschaftlich erfolgreich zu sein.
Minus war bereits angekündigt
Dass es ein Minus geben wird, stand bereits fest – schon Mitte Februar erklärte Personalvorstand Andreas Haffner unserer Zeitung, in diesem Jahr werde die freiwillige Sonderzahlung gedeckelt und deutlich niedriger als im Vorjahr. Gesamtbetriebsratschef Harald Buck forderte in dem gemeinsamen Interview, es könne nicht nur um Einschnitte gehen, sondern auch um andere Sparmöglichkeiten und um Investitionen.
Die freiwillige Sonderzahlung steht mehr als 28 000 Porsche-Beschäftigten zu – den Mitarbeitern der Porsche AG, der Porsche Leipzig GmbH, der Porsche Deutschland GmbH sowie der Porsche Engineering Group/Porsche Engineering Services, der Porsche Financial Services, der Porsche Dienstleistungs GmbH und der Porsche Logistik GmbH.
Mehr als bei Volkswagen – und bei Mercedes
Sie fällt trotz des Rückgangs immer noch höher aus als bei der Muttergesellschaft Volkswagen, die den Beschäftigten für das vergangene Jahr in zwei Tranchen insgesamt 4799,50 zusätzlich Euro auszahlt. Und auch im Vergleich mit den Mercedes-Mitarbeitern hat die Porsche-Belegschaft die Nase vorn, wenn auch nur knapp. Bei Mercedes beträgt die Sonderzahlung 5220 Euro und damit 30 Euro weniger als bei Porsche.
„Gerade in Zeiten des Umbruchs kommt es auf ein starkes Team an“, erklärte Porsche-Personalvorstand Andreas Haffner zur aktuellen Entscheidung über den Bonus. „Deshalb möchten wir unseren Mitarbeitenden auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten Danke sagen.“ Die freiwillige Sonderzahlung falle zwar niedriger aus als in den vergangenen Jahren, honoriere aber „immer noch unsere starke Teamleistung in einem sehr herausfordernden Umfeld“. Vorstand und Betriebsrat der Porsche AG verbinden mit der Verkündung der Sonderzahlung einen Spendenaufruf an die Belegschaft.
Auch die Bonuszahlungen im Management werden angesichts der „herausfordernden Geschäftslage“ deutlich sinken, erklärt Porsche. Im außertariflichen Management werde es zudem in diesem Jahr grundsätzlich keine Steigerung bei der Grundvergütung geben.
Das sind die Zahlungen wichtiger Hersteller:
- Porsche zahlt den Beschäftigten 5250 Euro
- Volkswagen zahlt 4799,50 Euro
- Mercedes legte als Ergebnisbeteiligung 5220 Euro fest
- Bei Daimler Truck beträgt der Bonus 4140 Euro.
Sparmaßnahmen in der Automobilbranche: Ein Blick auf die Trends
Porsche ist nicht der einzige Autohersteller, der ein Sparprogramm aufgelegt hat, das auch die Erfolgsbeteiligung umfasst. Kurz nachdem Porsche im Februar den Abbau von weiteren 1900 Stellen an den Standorten Zuffenhausen und Weissach angekündigt hatte, gab auch Mercedes Pläne zum Abbau von Arbeitsplätzen bekannt. Der Rückgang der Ergebnisbeteiligung gegenüber dem Vorjahr fiel mit rund 30 Prozent ähnlich hoch aus wie der des Konzernergebnisses.
Beide Unternehmen halten es für erforderlich, sich auf möglicherweise noch schwierigere wirtschaftliche Rahmenbedingungen vorzubereiten. Dazu gehört die Aufgabe, gegenüber den sehr niedrigen Kosten und immer besseren Antriebs- und Batterietechnologien chinesischer Hersteller wettbewerbsfähiger zu werden, aber auch mit der drohenden Verschärfung der Handelsbeziehungen mit China und den USA zurecht zu kommen, den für die Branche wichtigsten Weltregionen.