Klagen über fehlende Parkplätze sind bislang nicht an die Post-Mitarbeiter herangetragen worden. Foto: Kai Müller

Die Weilimdorfer Postfiliale ist an den Löwen-Markt verlegt worden. Der neue Standort trifft jedoch nicht nur auf Zustimmung.

Stuttgart-Weilimdorf - Vor zwei Wochen ist die Weilimdorfer Postfiliale von der Glemsgaustraße 15 rund 350 Meter weiter an den Löwen-Markt 2 umgezogen. Grund für die Standortveränderung war für den Geschäftsstellenleiter Ralf Bschaden zum einen die zentralere Lage. Zudem war ihm wichtig, aus der Untermiete bei einem Bioladen nun eine separate Geschäftsstelle zu beziehen.

 

Der neue Standort trifft jedoch nicht nur auf Zustimmung. „Die Anwohner der Staigerstraße wehren sich vehement gegen eine weitere zusätzliche Lärmbelästigung durch zu- und abfahrende Fahrzeuge“, sagt Klaus Rieder, der an der Staigerstraße ein Geschäft führt und auch dort wohnt. Über diese Sackgasse können sich Autofahrer, die möglichst nah an die Poststelle heranfahren möchten, von der Pforzheimer Straße aus nähern. Die Parkplatznot sei bereits vor der Ansiedelung der Post groß gewesen, nun aber umso dringlicher, meint Rieder. Für bedenklich hält er, dass einige Autos direkt in der Feuerwehrgasse abgestellt würden. „Und wenn in der Post die Päckchen abgeholt werden, steht der Wagen quer vor der Tiefgarage und eine Viertelstunde kommt keiner mehr rein und raus“, sagt er.

Bisher keine Klagen durch Kunden

„Die Situation hat sich eher verbessert“

Die Post hält den neuen Standort am Löwen-Markt hingegen für unproblematisch. „Ein Verkehrschaos ist dort nicht zu befürchten“, sagt Pressesprecher Hugo Gimber. Klagen über fehlende Parkplätze seien bislang nicht an die Post-Mitarbeiter herangetragen worden. Beim vorherigen Standort an der Glemsgaustraße habe es schließlich auch keine ausgewiesenen Parkplätze speziell für Post-Kunden gegeben. Dazu sei die Post ohnehin nicht verpflichtet. Ferner hätten die Weilimdorfer Kunden die Möglichkeit, in die nahe gelegene Tiefgarage zu fahren. „Dadurch hat sich die Parkplatzsituation eher verbessert als verschlechtert“, sagt auch der Betreiber Ralf Bschaden.

Bei der Standortsuche für neue Filialen ist grundsätzlich die Deutsche Post beteiligt. „Wenn ein Partner mit seinem Geschäft, in dem er eine Postfiliale betreibt, umziehen will, muss er dies von uns genehmigen lassen“, sagt Gimber. Neben einem behindertengerechten Zugang müsse sichergestellt sein, dass Briefe und Pakete angeliefert werden können. Dies ist am Löwen-Markt laut Gimber mit Vertretern der Stadt bei einem Vor-Ort-Termin geklärt worden. Die Agentur werde montags bis freitags viermal am Tag angefahren. Das größte Fahrzeug, das dabei zum Einsatz komme, sei ein Sprinter.

Freie Ortswahl der Betreiber

Die nahe gelegene Tiefgarage als Parkmöglichkeit

„Hätten wir gegen den Standort in Weilimdorf Einwände gehabt, hätten wir diese geltend gemacht“, betont Gimber. Grundsätzlich könne den privaten Betreibern jedoch nicht vorgeschrieben werden, wo sie ihre Filiale zu eröffnen haben. Gesetzliche Vorgaben gebe es lediglich dahin gehend, dass es kein Kunde weiter als zwei Kilometer zur nächsten Post haben dürfe. So solle verhindert werden, dass sich Filialen im Industriegebiet ansiedeln.

Mitarbeiter des Amtes für öffentliche Ordnung teilen auf Anfrage mit: „Die Möglichkeiten zum Parken im öffentlichen Straßenraum um den Löwen-Markt sind begrenzt. Wir wissen, dass die Lage angespannt ist.“ Als Parkmöglichkeiten verweisen die städtischen Vertreter auf die nahe gelegene Tiefgarage.