Neue Gastronomie-Betriebe im Leo-Center: Es könnten ruhig ein paar mehr Gäste sein. Foto: Simon Granville

Der Handelskonzern Müller hat unterschrieben. Ins Untergeschoss soll ein Textil-Konzept rein. New Yorker kommt im September ins Center, drei neue Gastro-Betriebe sind bereits da.

Serge Micarelli ist überzeugt, dass das Leo-Center eine Zukunft in der Stadt hat. Schon oft betonte er, dass er sonst nicht im vergangenen Herbst als Manager des Einkaufszentrum nach Leonberg gekommen wäre. Und so zieht er nach nicht einmal einem Jahr später eine optimistische Zwischenbilanz, zählt unter anderem die Neuvermietungen auf, die er seit November 2024 abschließen konnte. Darunter seien drei Gastronomiebetriebe, ein Fotostudio, ein Laden für Handyzubehör, ein Augenbrauenstudio sowie ein Bereich, in dem Kinder Platz zum Spielen haben. Er freut sich schon auf die Laden-Eröffnung des Mode-Händlers New Yorker am 18. September im Obergeschoss, der erfahrungsgemäß eher junge Kundinnen und Kunden anspricht. Und im Oktober ist die Eröffnung eines Porsche 911 Pop Up Shops geplant: Ausgestellt werden auf einer momentan leer stehenden Fläche im Erdgeschoss direkt neben dem früheren Karstadt drei Fahrzeuge dieser Automarke aus einem Privatbesitz.

 

Die Karstadt-Lücke schließt sich

Und vor ein paar Tagen kam die Meldung des ECE-Managements: Der Handelskonzern Müller mit Sitz in Ulm eröffnet voraussichtlich im vierten Quartal 2026 eine neue Filiale im Leonberger Center. Grundlage hierfür sei ein langfristiger Mietvertrag über rund 2600 Quadratmeter im Obergeschoss. Insgesamt hatte Karstadt bis zu seiner Schließung im August 2024 auf 12 000 Quadratmetern seine Waren präsentiert. Serge Micarelli freute sich, dass er diesen Erfolg für Leonberg und natürlich für das Center verkünden konnte: „Damit schließen wir eine wichtige Lücke, die Karstadt uns hinterlassen hat. Müller sei ein enorm wichtiger Partner, der dem Leo-Center dabei helfen werde, „sich für die Zukunft strategisch neu ausrichten zu können.“ Die neue Filiale werde ein multifunktionales Markenhaus-Konzept präsentieren: Das Sortiment reiche von einer Parfümerie über Schreibwaren, Spielwaren, Haushaltswaren und Naturkosmetik bis hin zu Bio-Lebensmitteln, Genusswelten, Strümpfen, Handarbeitsartikeln, Entertainment und einem integrierten Shop für Tiernahrung, Tierpflege und Accessoires.

Um die ehemalige Karstadt-Fläche für neue Mieter herzurichten, bedürfe es eines hohen baulichen und technischen Aufwands, erklärt der Center-Manager. „Unter anderem wird die Rolltreppe demontiert, sodass alle Etagen geschlossen sind und getrennt voneinander genutzt werden können“. Die Fläche im Obergeschoss könne dann im zweiten oder dritten Quartal des kommenden Jahres an Müller übergeben werden.

Eine weitere bauliche Herausforderung sei es, eine Verbindung vom Erdgeschoss ins Untergeschoss zu schaffen, damit die etwa 3000 Quadratmeter große Fläche direkt vom Inneren des Centers zu erreichen ist. Für diese Räumlichkeiten steckt Serge Micarelli mitten in den Vertragsverhandlungen. Er hoffe spätestens im November auf eine Unterschrift, sagt er. Doch so viel könne er bereits verraten: „Es handelt sich um ein Textil-Konzept für junge Mode, das ins Untergeschoss einziehen möchte.“

Längst abgehakt ist damit die einstige Idee des Leonberger Oberbürgermeisters Martin Georg Cohn, im Untergeschoss des ehemaligen Warenhauses, das im August des vergangenen Jahres seine Pforten für immer geschlossen hat, das Bürgeramt und die Hauptstelle der Leonberger Stadtbücherei anzusiedeln. Diesen Vorschlag hatte eine klare Mehrheit im Gemeinderat im Dezember des vergangenen Jahres abgelehnt. Die wesentlichen Einwände: zu teuer, kein Eigentum der Stadt, zu dunkel zu groß.

Besucher des Leo-Centers stoßen trotz der positiven Nachrichten des Managers aber immer noch immer auf einige verschlossene Ladenflächen, vor allem im Obergeschoss. Weil auch einige, teils langjährige Mieter verschwunden sind. „Derzeit haben wir 64 Geschäfte und etwa zehn Leerstände, so genau kann man das nicht sagen, weil wir auch immer wieder Flächen zusammenlegen“, sagt Micarelli, der in den vergangenen Monaten auch an den Stellschrauben Energiekosten – das Center bekommt LED-Leuchten – und einheitliche Öffnungszeiten gedreht hat.

Die längeren Öffnungszeiten machen sich bemerkbar

„Bis auf drei Mieter konnte ich bislang alle überzeugen, ihre Geschäfte bis 20 Uhr zu öffnen, wie es auch in den Verträgen festgelegt ist.“ Das habe dem Center in der Zeit von 17 Uhr bis 20 Uhr eine achtprozentige Frequenz-Steigerung im Vergleich zum Vorjahr gebracht. Diese Entwicklung kann eine Verkäuferin eines Ladens im Erdgeschoss durchaus bestätigen. „Seit einigen Wochen sind wieder mehr Kunden da. Man merkt schon, dass sich etwas tut“.