Mehr als 60 Menschen sterben bei den Waldbränden in Portugal. Foto: AFP

Brennende Bäume und verkohlte Autos: Seit Jahrzehnten hat Portugal keine so verheerenden Waldbrände erlebt. Mehr als 60 Menschen sind tot, die Nation steht unter Schock.

Lissabon - Ein verheerender Waldbrand hat im Zentrum von Portugal am Wochenende mindestens 62 Menschen in den Tod gerissen. Neben dem tödlichen Feuer in der Kleinstadt Pedrógão Grande wüteten noch mindestens vier weitere am Sonntag in Portugal, teilten die Behörden mit. Auch 24 Stunden nach dem Tod der Opfer schlugen die Flammen weiter lichterloh hoch in den Himmel; Polizei und Feuerwehr suchten in abgelegenen Waldstücken und Häusern nach weiteren Leichen. Präsident Marcelo Rebelo de Sousa sagte, das Land fühle einen „Schmerz ohne Ende“.

Es handelte sich um die verheerendste Brandkatastrophe seit Jahrzehnten in Portugal, einem Land, das bei Temperaturen rund um 40 Grad im Sommer regelmäßig von Wald- und Buschfeuern heimgesucht wird. Den Behörden zufolge gab es am Montag 54 Verletzte, darunter fünf Schwerverletzte - vier Feuerwehrleute und ein Minderjähriger.

Löschhilfe aus Europa

Spanien schickte am Sonntag vier Flugzeuge der Feuerwehr zu Hilfe, Frankreich sendete drei und auch der griechische Ministerpräsident bat Unterstützung an. Der portugiesische Innenminister Jorge Gomes sagte, die Einsatzkräfte hätten Probleme, das Feuer bei Pedrógão Grande zu löschen. Mindestens an zwei von vier Fronten sei es „sehr intensiv“. Die Behörden seien zudem besorgt, dass Wind die Flammen noch weiter tragen könnte.

Am Sonntag kamen mehr als 350 Soldaten zu den bereits 700 Feuerwehrkräften hinzu, um diese beim Kampf gegen den Brand zu unterstützen. Die Zahl der Toten war im Lauf des Tages korrigiert worden. Zunächst hatten die Behörden die Zahl der Opfer von 62 auf 61 gesenkt und angegeben, ein Mensch sei zweimal gezählt worden - dies wurde später erneut berichtigt.

Blitzeinschlag als Brandursache

Als Ursache für das Feuer bei Pedrógão Grande gilt ein Blitz, der in dem Gebiet rund 150 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Lissabon am Samstag eingeschlagen sein soll. Ermittler fanden demnach einen Baum, der während eines Sommergewitters getroffen worden sein soll.

Präsident Marcelo Rebelo de Sousa hatte am Sonntagabend in einer Fernsehansprache an die Nation gesagt, das Leid seines Landes kenne keine Grenzen. „Es ist eine Zeit des Schmerzes, aber auch (...) eine Zeit, um mit dem Kampf (gegen die Flammen) weiterzumachen“, sagte der Staatschef. Ministerpräsident António Costa zeigte sich angesichts der Dimension der Tragödie schockiert. Die Feuerwehrleute im Einsatz würdigte er; sie verdienten die „allergrößte Hochachtung“.

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