Julia Görges hat beim Porsche Tennis Grand Prix das Achtelfinale erreicht. Foto: Bongarts/Getty Images

Ganz überraschend besiegt Julia Görges in Stuttgart die deutlich besser platzierte Sorana Cirstea und steht im Achtelfinale. Fed-Cup-Finalistin Andrea Petkovic und Sabine Lisicki scheiterten hingegen schon in der ersten Runde.

Ganz überraschend besiegt Julia Görges in Stuttgart die deutlich besser platzierte Sorana Cirstea und steht im Achtelfinale. Fed-Cup-Finalistin Andrea Petkovic und Sabine Lisicki scheiterten hingegen schon in der ersten Runde.

Stuttgart - Fed-Cup-Finalistin Andrea Petkovic und die weiter kriselnde Sabine Lisicki sind beim Heimspiel in Stuttgart schon in der ersten Runde gescheitert. Petkovic musste sich am Mittwoch der Weltranglisten-13. Flavia Pennetta aus Italien trotz einer anfangs couragierten Vorstellung mit 5:7, 6:3, 1:6 geschlagen geben. Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki verlor nach einer enttäuschenden Leistung 1:6, 3:6 gegen die Serbin Ana Ivanovic und fand auch gegen die frühere Weltranglistenerste und ehemalige French-Open-Siegerin keinen Ausweg aus ihrer schweren sportlichen Krise.

„Klar bin ich enttäuscht. Mein Selbstvertrauen ist nicht da“, sagte Lisicki nach ihrer fünften Niederlage im zehnten Match dieses Jahres. Für eine Überraschung sorgte dagegen Fed-Cup-Spielerin Julia Görges. Die 25-Jährige aus Bad Oldesloe steht nach einem überzeugenden 6:1, 7:5-Erfolg gegen die Rumänin Sorana Cirstea im Achtelfinale und trifft dort an diesem Donnerstag auf Ivanovic. Dann greift auch die deutsche Nummer eins Angelique Kerber in das Geschehen ein. Die Weltranglisten-Siebte trifft auf Carla Suárez Navarro aus Spanien. Vor Lisicki und Petkovic schieden Annika Beck und Mona Barthel aus.

Zwei Tage nach der Rückkehr vom Halbfinalerfolg in Australien zeigte Petkovic zwei Sätze lang auch mit dick verbundenem Oberschenkel Kampfgeist und Siegeswillen. Während des ersten Satzes musste sich die 26 Jahre alte Darmstädterin beim Stand von 3:4 in der Kabine behandeln lassen, ließ sich aber davon nicht aus dem Konzept bringen. Nach dem Gewinn des zweiten Satzes schwanden dann die Kräfte und der Jetlag und die Müdigkeit schienen sich bemerkbar zu machen. Nach 2:10 Stunden musste Petkovic der Indian-Wells-Siegerin gratulieren.

Oliver Pocher im Publikum

Lisicki dagegen agierte vor den Augen ihres Freundes Oliver Pocher wieder einmal fahrig und unkonzentriert und verschlug die einfachsten Bälle. Nach 21 Minuten war der erste Satz verloren. Erinnerungen wurden wach an den bis dato letzten Auftritt der Berlinerin im Achtelfinale von Charleston. Anfang des Monats hatte Lisicki gegen die spätere Turniersiegerin Petkovic 1:6, 0:6 verloren.

Nach nur insgesamt 60 Minuten Spielzeit landete bei Ivanovics zweitem Matchball ein Return von Lisicki im Netz. „Ich weiß, dass ich viel besser spielen kann“, sagte Lisicki mit geröteten Augen in der Pressekonferenz. Dass sie nach ihren wundersamen Wimbledon-Wochen im vergangenen Sommer schon seit Monaten kaum einen Ball vernünftig trifft, nagt an der ehrgeizigen Sportlerin.

Nach Charleston hatte sie wegen Schulterbeschwerden eine dreiwöchige Pause eingelegt und war von Bundestrainerin Barbara Rittner auch nicht für das Fed-Cup-Halbfinale in Australien am vergangenen Wochenende nominiert worden. „Natürlich bin ich ungeduldig“, sagte sie. „Aber mit meiner Schulter habe ich gemerkt, dass es so nicht weitergeht. Ich musste meine Verletzung auskurieren. Ich stand heute zum ersten Mal seit Monaten ohne Schmerzen auf dem Platz.“

Ganz anders präsentierte sich wenige Stunden zuvor Julia Görges. An der Stätte des bislang größten Triumphes ihrer wechselvollen Karriere setzte sich die Turniersiegerin von 2011 gegen die 67 Plätze besser eingestufte Cirstea durch. „Das ist definitiv eine große Erleichterung für mich“, sagte Görges. „Dieser Sieg war sehr wichtig für mich, ein Erfolg gegen eine Spielerin aus den Top 30 tut gut.“

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