Um sie dreht sich Vieles beim diesjährigen Porsche Grand Prix: Um Maria Scharapowa und um die Autos des Hauptsponsors. Foto: Baumann

Die Spielerinnen beim Porsche Tennis Grand Prix sind auch neben dem Platz gefordert. Da werden schon mal Sit-Ups am Radkasten und Liegestützen auf der Windschutzscheibe fällig.

Stuttgart - Natürlich hätten die vielen Reporter gerne noch viel mehr von Maria Scharapowa erfahren. Am liebsten natürlich zum Umgang mit ihrer Dopingsperre. Oder was sie von der Schelte ihrer Kolleginnen hält. Doch mit einem Return hielt sich die Tennis-Diva auf der Pressekonferenz nach ihrem 6:3, 6:4-Erfolg im Viertelfinale über Anett Kontaveit zurück. Weil sie eh nichts zu den Themen sagen wollte. Und weil die bohrende Fragerei nach 20 Minuten ein Ende hatte. So sieht es das Reglement beim Tennis Grand Prix in der Stuttgarter Porsche-Arena vor.

Zeit ist schließlich endlich – das gilt für die Schläger schwingende Elite besonders. Ihr Tag besteht nicht nur aus Tennisspielen, er hält auch noch viele andere Verpflichtungen parat. Angelique Kerber weiß ein Lied davon zu singen. Bis zu ihrem Ausscheiden war die zweifache Grand-Slam-Siegerin abseits des Courts gefragt wie keine andere. Pressekonferenzen, Fragerunden mit Kindern, Autogrammstunden, Meet and Greet mit Fans – das komplette Beiwerk eines Profisportlers eben. „Das gehört zur Rolle einer topgesetzten Spielerin dazu und ist auch ein Stück weit ein Privileg“, sagt die sportliche Leiterin des Turniers, Anke Huber.

Training mal anders

Zu Hubers Zeit beschränkte sich das öffentliche Interesse im Wesentlichen auf Pressekonferenzen und Autogramme schreiben. Heute spielen die Sponsoren eine immer wichtigere Rolle. In Stuttgart möchte Porsche natürlich seine bunten Flitzer möglichst oft ins Rampenlicht rücken. Also setzt der Sportwagenbauer seine Topstars auch als rasende PR-Botschafterinnen ein.

Ein Ritt über die Teststrecke in Weissach gehört genauso dazu wie die so genannte Einpark-Challenge. Anders als manch anderer PR-Termin auf der Tour hat man die Spielerinnen in Stuttgart aber noch nie über die Gaudi im Porsche maulen hören. Selbst dann nicht, wenn es skurril wird. Für die Reihe „Training mal anders“ müssen Kerber und Konsorten Sit-Ups am Radkasten und Liegestützen auf der Windschutzscheibe vollführen.

Das alles – man ahnt es – entspringt nicht Jux und Dollerei, sondern folgt klaren Vorgaben des Tennis-Weltverbands WTA. Wer sich querstellt, muss abhängig vom Weltranglistenplatz eine Strafe bezahlen. Das macht aber niemand, die Damen verstehen schließlich ihr Geschäft. Nur bei den Pressekonferenzen, da dürfen sie auch mal ein bisschen maulfaul sein. Nachzuhören bei Maria Scharapowa.

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