Der ehemalige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch (links) und Ex-Porsche Chef Wendelin Wiedeking. Foto: dpa

Der Ex-VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch muss im Prozess gegen den ehemaligen Porschechef Wendelin Wiedeking nicht aussagen. Wiedeking und sein damaliger Finanzvorstand Holger Härter stehen seit Oktober wegen Marktmanipulation vor Gericht.

Stuttgart - Dem früheren VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch (78) bleibt ein Auftritt im Prozess gegen den Ex-Porschechef Wendelin Wiedeking erspart. Piëch werde nicht mehr als Zeuge vernommen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus mit der Sache betrauten Kreisen erfuhr. Wiedeking und sein damaliger Finanzvorstand Holger Härter stehen seit Oktober wegen Marktmanipulation vor Gericht, sie sollen 2008 während des Übernahmekrimis zwischen Porsche und VW mit gezinkten Karten gespielt haben. Beide bestreiten das. Piëch war damals eine zentrale Figur, da er bei Porsche und VW Einfluss hatte.

Das Landgericht Stuttgart hatte Piëch wegen seiner damaligen Funktion als Porsche-Aufsichtsrat geladen, auch vier weitere Mitglieder des Kontrollgremiums sollten kommen und wurden ebenfalls ausgeladen. Die Aufsichtsräte hatten früh durchblicken lassen, dass sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen und die Aussage verweigern würden. Separate Ermittlungen gegen sie wegen Beihilfe zur Marktmanipulation waren im August eingestellt worden.

Vor einigen Wochen hatte der Vorsitzende Richter Frank Maurer während des Verfahrens gesagt, er lade niemanden vor, nur damit dieser dann komme und sage, er wolle schweigen. Nun hat sich Maurer entschieden, die Aufsichtsräte auszuladen. Das Landgericht war am Freitag nicht mehr für eine offizielle Bestätigung erreichbar.

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