Yves Volte beendet die Saison der Serie GTC Race mit starken Resultaten – die Zukunft für den Renninger Rennfahrer ist dennoch ungewiss. Er benötigt weitere Sponsoren für ein Cockpit.
Der Nürburgring ist die Lieblingsstrecke von Yves Volte. Auf dem Kurs in der Eifel hat der Renninger schon unzählige Runden absolviert, vor allem etliche Testkilometer abgespult. Dass die Saison der Rennserie Gran Turismo Cup (GTC) dort ihr Saisonfinale nahm, war für Yves Volte zweifellos ein gutes Omen.
Der 23-Jährige hat die Vorzeichen in vorzügliche Ergebnisse umgesetzt. Im Einstunden-Rennen GT60 waren Volte und Teamkollege Denny Berndt nicht zu überholen und belegten in der GT4-Wertung Rang eins, nachdem der Renninger zuvor die Pole-Position erobert hatte. Im halbstündigen Sprint gelang Yves Volte tags darauf erneut das Kunststück, erst im Qualifying zu triumphieren und dann das Rennen zu gewinnen. „Das war von Anfang bis Ende ein Bilderbuchwochenende, mehr Performance geht nicht“, freute sich der Pilot des Porsche Cayman.
Für Yves Volte ein Saisonfinale mit Sternchen. In den Gesamtwertungen steht er im Sprint auf Position drei, im GT60 zwar lediglich auf Rang sieben, was aber daran liegt, dass er nur in drei von fünf Rennen ins Ziel kam. Auf dem Nürburgring startete er Ende Juni nicht im GT60 und auf dem Hockenheimring im August schied sein Teamkollege Tobias Andersen nach einem selbst verschuldeten Unfall aus. In der Junior-Kategorie belegt Yves Volte Platz zwei. „Es war eine sehr gute Saison für mich“, erzählt er, „meine Performance war wirklich sehr positiv.“
Jetzt werden die Weichen für 2025 gestellt
Mit der letzten Zielflagge ist die Saison für den Renninger, der als Groß- und Außenhandelskaufmann sein Geld verdient, noch längst nicht abgewunken – im Gegenteil. In den nächsten Wochen und Monaten muss der 23-Jährige den richtigen Kurs für die Fortsetzung seiner Motorsport-Karriere einschlagen. Zunächst steht ein Sichtungsrennen an, Ort und Termin sind nicht nicht festgelegt, in dem Yves Volte sowie weitere PS-Talente die Chance erhalten, den begehrten Platz im Förderprogramm der Serie GT3 zu erhaschen. „Das wäre natürlich ein wichtiges Ausrufezeichen“, betont der Rennfahrer der im österreichischen Razoon-Team fährt.
Mehr als 100 000 Euro für ein Cockpit
Noch entscheidender wird für ihn das Wettrennen um Zuwendungen von Sponsoren. Yves Volte peilt einen Platz im Starterfeld in der Serie GT4 Germany an, die im Rahmenprogramm der DTM fährt – doch der Platz im Cockpit stellt neben fahrerischen vor allem finanzielle Ansprüche. Mit etwas mehr als 100 000 Euro schlägt die Rennsaison zu Buche, eine Summe, die Piloten (für gewöhnlich) nur mit potenten Sponsoren aufbringen können. Nicht ausgeschlossen, dass Yves Volte beim Team Razoon in der GT4 Germany ein Stammcockpit erhält. Aber die Finanzierung muss eben stimmen.
Dazu kommt: In der GTC Race geht es für den Renninger und Razoon nicht weiter, da Serien-Promoter Roland Arnold (Driving Mobility) das Engagement beendet – die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, so heißt es, erschwerten die Planungssicherheit für 2025. Damit ist die letzte Zielflagge der GTC Race gefallen und der Motor abgestellt. Die Schikanen in der Motorsport-Karriere des Yves Volte, die wollen eben gemeistert werden. Am besten auf der Ideallinie.