Foto: dapd

Die immer wiederkehrenden hämischen Kommentare über ihre angeblich stark limitierte Qualität hatten Status Quo schon 2007 mit dem selbstironischen Titel ihres Albums „In Search For The Fourth Chord“ persifliert.

Stuttgart - Es begann in den frühen 1960er Jahren mit Jazz und Pop, Ende 1967 hatte die Suche nach der musikalischen Bestimmung dann ein Ende. Francis Rossi und Rick Parfitt fanden mit Status Quo ihren endgültigen Bandnamen und mit einem schnörkellosen Boogie’n’Power-Rock ihren Platz im beginnenden Rockzeitalter.

Gleich die erste Single „Pictures Of Matchstick Men“ gab die Richtung an, der sie bis heute konsequent treu geblieben sind, auch beim Konzert der „Quid pro Quo“-Welttournee in der Porsche-Arena. Rhino Edwards (Bass) und Matt Letley (Drums) arbeiten im Hintergrund mit höherer Schlagzahl als jeder Oxfordachter, die Gitarrenfront (Francis Rossi, Rick Parfitt) und Keyboarder Andy Brown marschieren so unbeirrt vorne weg wie einst die Roundhead-Truppen Oliver Cromwells. Rücksicht auf allzu verfeinerte Ansprüche nehmen Status Quo seit jeher nicht, dafür beglücken sie ihre treuen Fans mit einem Konzert, das für Körper und Seele wie eine Entschlackungskur wirkt. Ohne Umwege und Ruhepausen, unkompliziert und direkt, ohne übertriebene technische und optische Effekte und in einer Lautstärke, die auch ausgefeilteste Fon-Messgeräte kollabieren ließe, aber so engagiert wie seit Jahr und Tag arbeitet sich die Band durch das riesige Oeuvre ihrer nun schon 45 Jahre währenden Erfolgskarriere – von „Caro­line“ bis „What Ever You Want“ ist alles dabei, was sich die gut 4000 Fans wünschen.

Die immer wiederkehrenden hämischen Kommentare über ihre angeblich stark limitierte Qualität hatten Status Quo schon 2007 mit dem selbstironischen Titel ihres Albums „In Search For The Fourth Chord“ persifliert. Inzwischen scheinen Status Quo auch vom Kultur-Establishment begnadigt worden zu sein: Starregisseur Alan G. Parker hat mit dem Dokumentarfilm „Hello Quo !“, der vor zwei Wochen in London (sogar der ehrwürdige „Guardian“ berichtete) große Kinopremiere hatte, die Lebensleistung der Band gewürdigt, die – nicht nur wegen mehr als 120 Millionen verkaufter Alben – zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Rock-Ahnengalerie geworden ist. Und die noch immer nicht genug hat: Der Schluss-Song auf der eben erschienenen neuen CD heißt „Movin’ On“.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: