Rammstein auf der Bühne 2012 Foto: 2012 by Daniel Knighton/ImageCollect

Rammstein sorgen mit ihrem aktuellen Video wieder für Empörung - darin sind sie mittlerweile Meister. Bei Deutschlands musikalischem Exportschlager gehört der Tabubruch zum Konzept, wie man an den zahlreichen Skandalen ihrer Bandgeschichte sehen kann. Das fängt schon beim Namen an...

Rammstein sind zurück und wieder in Begleitung eines handfesten und aufsehenerregenden Skandals: Das Video zur ersten Single "Deutschland" zeigt die Band unter anderem als KZ-Gefangene mit Judenstern kurz vor der Hinrichtung am Galgen. Natürlich entbrannte umgehend eine riesige Diskussion rund um die Band. Der Vorwurf: Man benutze den Holocaust, um bewusst zu skandalisieren und so mehr Aufmerksamkeit zu erreichen. Nach einem Blick in die Bandgeschichte ist klar: Zumindest das Schema Provokation als Werbung ist der Band altbekannt.

Das Album "Liebe ist für alle da" auf Amazon in der Deluxe Edition bestellen

Der Name

Schon der Name ist reine Provokation, allerdings keine besonders schlaue: Rammstein (mit doppeltem M) bezieht sich auf die US-amerikanische Ramstein Air Base in der Nähe von Kaiserslautern, bei der es 1988 während einer Flugschau zu einem schlimmen Unglück kam. In der Luft krachten drei Jets ineinander, stürzten teilweise in die Zuschauermenge und forderten 70 Todesopfer und rund 1000 Verletzte. Die meisten von ihnen erlitten schwerste Verbrennungen.

Lange Zeit hatte die Band abgestritten, sich wirklich nach dem tragischen Unglück benannt zu haben. Dann wurde bekannt, dass Rammstein anfänglich unter dem Namen "Rammstein Flugschau" aufgetreten waren - und das Leugnen wurde zwecklos. In einem Interview sagte Gitarrist Paul Landers (54) einmal, dass sie sich Anfangs nur "aus Quatsch" so genannt hätten und der Name dann an der Band "kleben geblieben" wäre, "wie ein Spitzname, den man nicht gut findet. Wir schafften es nicht mehr, den loszuwerden." Das zweite M im Namen war demnach übrigens einfach ein Fehler.

Das "Stripped"-Video

Für das Video zum "Stripped"-Cover der Kultband Depeche Mode verwendeten Rammstein 1998 Ausschnitte von Leni Riefenstahls NS-Propaganda-Film über die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin. Nach einem riesigen Aufschrei in den Medien wurde die Band auch deswegen kritisiert, dass man sich nicht ausführlich zu dieser Provokation geäußert habe, man es nicht einordnete. Erst Jahre später ruderten Rammstein zurück: "Da haben wir eine Grenze überschritten", befand Sänger Till Lindemann (56) 2006 in einem "Playboy"-Interview.

Skandalöse Showeinlage

Auf der Bühne besamte Lindemann Keyboarder Christian "Flake" Lorenz (52) regelmäßig in einer simulierten Analsex-Showeinlage mit einem überdimensionierten Dildo, aus dem wie bei einem Flammenwerfer Likör-Ejakulat spritzte. In Worcester, im US-Bundesstaat Massachusetts, fanden die dortigen Behörden diese Nummer allerdings überhaupt nicht witzig. Die beiden wurden wegen "unzüchtigen und lüsternen Verhaltens" sogar vorübergehend festgenommen und mussten eine Nacht im Gefängnis verbringen.

Dildo-Liebe

Rammstein und Dildos gehören auch irgendwie zusammen: Das "Liebe ist für alle da"-Album, das zeitweise auf dem Index stand, erschien auch in einer ganz besonderen Limited Deluxe Edition. Beschreibung von der Bandwebsite: "Sechs Dildos, Gleitgel und Handschellen laden ein, den 'Pussy'-Videoclip zuhause nachzuspielen." Was uns zum nächsten Skandal bringt...

Das Porno-Video

Das Video zu "Pussy" hatte seine Premiere 2009 auf einem niederländischen Erotikportal - nicht ganz ungerechtfertigt. In dem Video hat jeder der sechs Musiker eine eigene Pornosequenz, die in einem Bordell mit professionellen Pornodarstellern gedreht wurde. Für die Close-Ups gab es Bodydoubles, trotzdem ging es am Set ziemlich explizit zu. Laut Aussage von Paul Landers im "Abort Magazine" musste Schlagzeuger Christoph "Doom" Schneider (52) seine Freundin, die ans Set gekommen war, wieder heimschicken.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: