Ist Vanessa Mai die neue Mariah Carey? Warum bastelt sie keinen Adventskalender mehr für Ihren Mann? Und wie geht die Sängerin mit ihrer Krebsvorstufendiagnose um?
Vanessa Mai nennt sich jetzt Vanessa Dezember, singt auf Englisch und hat exklusiv bei Amazon Music den Weihnachtssong „Christmas in this Room“ veröffentlicht. Was dahinter steckt, erklärt der 33-jährige Schlagerpop-Star aus Backnang im Interview. Außerdem verrät sie, wie und wo sie mit ihrem Mann Andreas Ferber am liebsten Weihnachten feiert, welche Weihnachtsmärkte in der Region sie am liebsten mag, spricht aber auch über die bei ihr vor einigen Monaten diagnostizierte Krebsvorstufe.
Frau Mai, welcher Song darf auf Ihrer Weihnachts-Playlist auf keinen Fall fehlen?
Natürlich „Christmas in this Room“! (lacht) Aber gleich danach kommen „Last Christmas“ von Wham! und „Driving Home for Christmas“ von Chris Rea. Und „All I Want for Christmas“ ist natürlich auch ein Muss.
Beim Teaser-Video für ihren Song „Christmas in this Room“ schlägt Ihnen Alexa vor, Mariah Careys „All I Want for Christmas“ zu spielen, doch Sie sagen: „Das kann ich besser!“ – ganz schön frech!
(lacht) Der Clip ist natürlich mit Augenzwinkern gemacht – alles ist ironisch gemeint und genau so sollte es rüberkommen. Die Idee, mich auf Insta in Vanessa Dezember umzubenennen, fand ich auch super. Es war mal was anderes, und der Dreh hat richtig Spaß gemacht. Es ist ja kein klassisches Musikvideo, sondern eher eine kleine Geschichte.
„Christmas in this Room“ ist Ihr erster englischsprachiger Song. War das ein Befreiungsschlag oder eher ein Sprung ins kalte Wasser?
Ein bisschen von beidem. Ich habe als Teenager tatsächlich mehr auf Englisch als auf Deutsch gesungen, das war also gar nicht so ungewohnt. Aber im Studio – nach zehn Alben – dann plötzlich wieder auf Englisch aufzunehmen, war schon spannend. Die größte Herausforderung war, dass es wirklich wie ein Native Speaker klingt. Wir haben lange gefeilt, bis alles perfekt passte.
Können Sie sich vorstellen, künftig mehr auf Englisch zu singen? Einige Songs auf Ihrem aktuellen Album „Traumfabrik“ würden auch zu Dua Lipa passen. Wird das Ihr nächster Karriereschritt – die neue Dua Lipa statt die neue Helene Fischer?
Das ist ein sehr schönes Kompliment, danke! Ich liebe Dua Lipa. Aber ehrlich gesagt: Ich habe darüber noch gar nicht nachgedacht. Bei „Traumfabrik“ haben wir einfach gemacht – ohne zu überlegen, ob das nun Schlager oder Pop ist oder nicht. Das war ganz anders als bei dem Album „Metamorphose“, bei dem ich mit Sido zusammengearbeitet habe. Da haben wir ja wirklich in your face gesagt: So, das ist jetzt ein anderes Genre.
Apropos „Christmas in this Room“: Wie sieht Vanessa Mais Wohnzimmer an Weihnachten aus – eher Glitzer, Lametta und Lichterketten oder gemütlich mit Kamin und Kerzen?
Ganz klar gemütlich – aber dekorativ darf’s trotzdem sein! (lacht) Wir holen jedes Jahr die gleiche Deko raus, ich liebe das. Nichts Neues, sondern Traditionelles: Der Adventskranz ist selbst gemacht, meine Mama hilft beim Türkranz, und das Plätzchenrezept von Andreas’ Oma gehört natürlich dazu. Der Song „Christmas in this Room“ beschreibt das perfekt: Da, wo mein Mann ist, ist Weihnachten.
Sie haben jetzt auch einen Vinyl-Adventskalender im Angebot: Haben Adventskalender bei Ihnen Tradition?
Eine Zeit lang habe ich für Andreas jedes Jahr einen selbst gemacht – bis ich gemerkt habe, dass er die Türchen gar nicht regelmäßig öffnet! (lacht) Dann habe ich es irgendwann gelassen. Heute bekommen wir oft Adventskalender von Partnern zugeschickt, das ist auch schön. Und ehrlich gesagt: Bei unserem vollen Terminkalender verliere ich manchmal das Datum aus dem Blick – da ist so ein Kalender ganz praktisch.
Was bedeutet Ihnen Weihnachten am meisten?
Zeit mit den Liebsten. Wir sind alle viel unterwegs, und an Weihnachten kommen wir endlich runter. Letztes Jahr waren wir im Schnee. Ich finde, es muss nicht immer das klassische Familienfest sein – Hauptsache, es fühlt sich richtig an. Für mich ist Weihnachten jedes Mal eine kleine Entschleunigung.
Und gibt es einen Weihnachtsmarkt, den Sie besonders mögen?
Ja, den in Ludwigsburg! Ich habe dort meine Ausbildung gemacht, deshalb gehe ich jedes Jahr hin. Dieses Jahr wollen wir aber auch neue Märkte entdecken – zum Beispiel den in Bad Wimpfen, den stelle ich mir wunderschön vor, so richtig traditionell und mittelalterlich.
Weihnachten ist auch die Zeit des Innehaltens. Wofür sind Sie in diesem Jahr besonders dankbar?
Für die Gesundheit – meine, und die meiner Familie. Und für das Leben an sich. Ich habe gelernt, auch aus schwierigen Momenten etwas Positives zu ziehen. Das war eine schöne Entwicklung in diesem Jahr. Ich bin einfach dankbar und hoffe, dass es so weitergeht.
Im Sommer haben Sie offen über Ihre Krebsvorstufendiagnose gesprochen. Hat das Ihren Blick aufs Leben verändert?
Ja, auf jeden Fall. Man denkt ja immer, so was passiert nur anderen. Für mich war es aber kein Schock, eher ein Weckruf. Ich bin dankbarer und bewusster geworden. Diese Kalendersprüche – „Genieße den Tag“, „Lebe dein Leben“ – die haben auf einmal eine echte Bedeutung bekommen.
Viele Fans haben Ihre Offenheit sehr bewundert. Gab es Reaktionen, die Sie besonders berührt haben?
Sehr viele. Ich habe unzählige Nachrichten bekommen, auch von Menschen, die selbst betroffen sind. Viele denken ja, dass öffentliche Personen unantastbar sind – und wenn man dann offen über etwas spricht, erreicht man plötzlich unglaublich viele. Ich wollte das Thema teilen, weil ich mir gewünscht hätte, als Jugendliche besser informiert gewesen zu sein. Wenn ich mit meiner Geschichte andere erreiche, hat sich das schon gelohnt.
Vanessa Mai: „Christmas in this Room“ und „Traumfabrik“-Tournee
Single
Der Song „Christmas in this Room“ ist als Amazon Music Original erschienen. Passend zu der vorweihnachtlichen Popballade ist eine umfangreiche Merch-Kollektion erschienen – zum Beispiel ein Vinyl-Adventskalender. Beim Amazon Music Winter Ball am 10. Dezember in Berlin wird Vanessa Mai „Christmas in this Room“ live auf der Bühne singen.
Tournee
2026 geht Vanessa Mai mit ihrem aktuellen Album „Traumfabrik“ auf Tour. Termine sind im September und Oktober 2026 in Bremen, Münster, Köln, München, Berlin, Frankfurt, Stuttgart und Hamburg geplant. Infos, Termine und Tickets gibt es hier.