Exercube, das immersive Fitness Game Setting. Foto: House of Switzerland

Die Schweiz glit als eines der innovativsten Länder der Erde – die Eidgenossen belegen dies eindrucksvoll im „Pop-up House of Switzerland“ in Stuttgart.

Stuttgart - Wer an Innovation denkt, denkt vielleicht an das Sillicon Valley in den USA, an Hongkong oder Dubai - weniger an die Schweiz. Dabei ist es längst kein Geheimnis mehr:  die Schweiz ist eines der innovativsten Länder der Erde. Das beweisen seit vielen Jahren regelmäßig verschiedene Studien und Rankings. So auch die aktuelle Rangliste des Global Innovation Index (GII) der Weltorganisation für geistiges Eigentum. Demnach sind die Schweiz, Schweden und die USA die drei führenden Länder, Deutschland folgt auf Platz neun, China auf Rang 14.

Die Schweiz zeichnet sich laut der Studie vor allem durch die Innovationskraft ihres Wirtschaftssektors aus – als beständiger Produzent hochwertiger Innovationen, mit einem hohen Anteil an wissensintensiver Beschäftigung. Hoch sind auch die Ausgaben in Forschung und Entwicklung, die von der Privatwirtschaft durchgeführt und finanziert werden. Die Privatwirtschaft trägt über zwei Drittel der Schweizer Ausgaben in Forschung und Entwicklung (F&E), wie das Schweizer Staatsskretariat für Bildung, Forschung und Innovation berichtet. Diese Ausgaben belaufen sich demnach über drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts bzw. auf rund 22 Milliarden Franken, das sind umgerechnet 20,2 Milliarden Euro.

Schweiz bei Forschung und Entwicklung vorn

Auch beim Thema „Humankapital“ und beim Forschungssystem ist die Schweiz ganz vorne mit dabei. Sie liegt auf Platz vier bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E), auf Platz fünf bei den F&E-intensiven Unternehmen weltweit und auf Platz vier bei der Qualität der Universitäten – Die ETH Zürich (Eidgenössische Technische Hochschule) und die École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) finden sich unter den Top 20 der bestplatzierten Universitäten der Welt.

Wer diese Innovationskraft selbst einmal spüren, hören, erleben will, der sollte ins „Pop-up House of Switzerland“ in Stuttgart kommen. Noch bis Ende Oktober wird dort ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt geboten – mit temporären thematischen Ausstellungen, interaktiven Installationen und Erlebnissen, die diese Innovationskraft mit kurzweiliger Unterhaltung verbindet. So zum Beispiel das virtuelle Eintauchen in die touristische Schweiz mit dem Flugsimulator „Birdly“. Damit wird virtuelle Realität auf einzigartige Weise spürbar. Mit dem „Birdly“, entwickelt von der Schweizer Firma Somniacs aus Zürich, fliegen die Menschen wie ein Vogel über die Dächer von Zürich. Die Bewegungen der Arme dienen als Flügelschläge und entführen in luftige Höhen, der Wind bläst einem sanft ins Gesicht.

Nicht der Wind, sondern musikalische Töne wehen einem beim „Mictic” entgegen. „Mictic” ist ein Wearable, das aus Bewegung Musik macht und damit den Körper zum Instrument werden lässt. Wearables sind grob gesagt Computertechnologien, die man am Körper trägt. Das „Mictic“, entwickelt von einem Startup aus Zürich, ist etwa so groß wie eine Uhr am Handgelenk, analysiert mittels eingebauter Sensoren die Bewegungen und übersetzt sie in Echtzeit in Töne. Sobald das „Mictic“ angelegt und über Bluetooth mit dem Smartphone verbunden ist, kann es losgehen. „Mictic-Jamsessions“ finden an ausgewählten Tagen im Pop-up House of Switzerland statt.

Zu jeder Zeit lassen sich im Pop-up House of Switzerland das „Exercube“ und die Drohnen erleben. Das „Exercube“, ebenfalls entwickelt von einem Züricher Startup, ist ein Fitnessgerät in Würfelform, das über seinen Gamification-Ansatz auch Sportmuffel zur Bewegung animieren soll und innovatives Soft- und Hardware-Design mit modernsten Trainingskonzepten kombiniert. „Exercube“ will ein Trainingsgerät für e-Sportler, Fitness-Game und Turnierplattform in einem sein. Ausprobieren lohnt sich!

Drohnen durch Hindernisparcours leiten

Als einer der führenden Technologie- und Innovationsstandorte weltweit, spielt natürlich auch die Entwicklung von Drohnen eine wichtige Rolle für die Schweiz. Sie kommen in der Landwirtschaft zum Einsatz, in der industriellen Inspektion, in der Kartierung und in der humanitäten Hilfe. Im Pop-up House of Switzerland kann die Schweizer Drohne „Elios 2“ – mit welcher Inspektionen auch ohne direkte Sicht in engen Räumen durchgeführt werden können – von Besucherinnen und Besuchern geflogen und durch einen Hindernisparcour pilotiert werden.

Auch die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (kurz: EPFL) ist im Pop-up House of Switzerland vertreten – mit der ständigen Ausstellung „New Science of Robotics“. Die Schweizer Hochschulen sind nicht umsonst führend in der Roboterforschung. In der ständigen Ausstellung können die Besucherinnen und Besucher neue Perspektiven auf die Robotik sehen und erleben. Die Ausstellungstücke bewegen sich – im wahrsten Sinne des Wortes – immer an der Grenze zwischen Wissenschaft und bildender Kunst.

Innovation ist im "Pop-up House of Switzerland" also nicht nur eine leere Worthülse – sondern ein weiterer guter Grund für einen Besuch mit der ganzen Famile.