Bei einem Islandpony der Jugendfarm Riedenberg ist equines Asthma diagnostiziert worden, das Tier braucht eine tägliche Inhalation und besonderes Einstreu. Um das alles zu bezahlen, ist die offene Kinder- und Jugendeinrichtung auf Spenden angewiesen.
Kein Zweifel, das ist ein handfester, festsitzender Husten. Während Nabila Schapals Kunststoffteile, Schläuche und Gurte ineinandersteckt und eine Kochsalzlösung in einen Behälter füllt, dringt hinter Sjolis Stalltür ein tiefes, fast schon bellendes Husten hervor. Das Isländerpony der Jugendfarm Riedenberg muss wieder inhalieren. Mindestens einmal täglich legt die Sozialpädagogin dem Wallach das Gerät über die Schnauze, damit er heilsame Dämpfe einatmet, die die Verschleimungen in den Bronchien lösen sollen.
Sjoli erträgt die Prozedur ohne mit der Wimper zu zucken. „Er macht so lieb mit“, sagt Nabila Schapals. „Er weiß, dass ihm das guttut“, sagt Markus Dinkelacker aus dem Leitungsteam der offenen Kinder- und Jugendeinrichtung.
Teil der Jugendfarm-Familie seit Anfang 2019
Bei Sjoli ist unlängst equines Asthma diagnostiziert worden, eine chronische, nicht-infektiöse Lungenerkrankung. Zuvor hatte das Pony über einen längeren Zeitraum gehustet und mitunter schwer geatmet, eine Schleimprobe enthüllte im Labor schließlich entzündliche Zellen.
Was das Pferd krank gemacht hat, ist unklar. Nabila Schapals spricht von einer Fülle von möglichen Faktoren. Denkbar sei etwa eine Überempfindlichkeit gegen Staub. Seit Anfang 2019 ist Sjoli Teil der Jugendfarm-Familie. Der gräulich gescheckte Isländer ist elf Jahre alt. Ein Jungspund. Markus Dinkelacker beschreibt das Tier als bei Kindern sehr beliebt, robust und geduldig, „das perfekte Jugendfarm-Pony“. Alles in allem ist dem Team daher sehr daran gelegen, Sjolis Leid zu lindern und ihm mehr Lebensqualität zu schenken.
Kein Stroh in der Box
In Sjolis Box liegt nun kein Stroh mehr, stattdessen wurden Späne ausgebracht. „Wir machen das Stroh auch nass, dadurch entsteht viel weniger Staub“, erklärt Markus Dinkelacker. Noch bekommt das Pony Medikamente, außerdem hat sich die Jugendfarm einen eigenen Inhalator angeschafft, nachdem sie ein Leihgerät getestet hatte.
Das alles ist deutlich aufwendiger. Und es kostet. Allein das Inhalationsgerät und die Tierarztkosten hätten zuletzt zwischen 2500 und 3000 Euro verschlungen, berichtet er, das Einstreu verursache wöchentlich Mehrkosten von 20 Euro. „Wir sind aktuell arg auf Spenden angewiesen. Für den März schrammen wir an der Null“, sagt Markus Dinkelacker. Derzeit müsse das Riedenberger Team jeden Cent umdrehen. Die 210 Mitglieder des Trägervereins wurden bereits angeschrieben und um eine Finanzspritze gebeten. Selbst über die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge sei schon gesprochen worden, noch schrecke man aber davor zurück.
Dennoch muss die Jugendfarm wieder auf einen grünen Zweig kommen, und das dauerhaft. Nabila Schapals betont: „Es ist eine nicht heilbare Krankheit, damit werden wir beschäftigt sein.“ Eine Alternative gibt es indes nicht. Die Pferdekennerin sagt über Sjolis Asthma: „Wenn es nicht behandelt wird, wird es schlimmer.“