Foto: Lichtgut/Horst Rudel

Den ersten Weihnachtsfeiertag feierten viele Gläubig beim Gottesdienst in St. Eberhard in Stuttgart. Viele Besucher mussten mit Stehplätzen vornehmen.

Stuttgart - „Wer in den Gottesdienst kommt, wird eine gute Zeit haben“, hatte der Stuttgarter Stadtdekan Monsignore Christian Hermes in seiner Weihnachtsbotschaft allen Gläubigen versprochen. Ein Appell, der seine Wirkung nicht verfehlte: Beim Pontifikalamt mit Weihbischof Thomas Maria Renz am ersten Feiertag in der Konkathedrale St. Eberhard mussten viele Besucher mit Stehplätzen vorlieb nehmen.

„Man kann Weihnachten nicht allein feiern“, stellte Weihbischof Renz fest: „Erst das Miteinander beim ungläubigen Staunen und der gläubigen Freude über das Kind in der Krippe macht das Fest zur Erfahrung eines großen Glücks.“

„Vergolde das Zerbrochene unseres Lebens“

Für die Hoffnung, die sich mit der Geburt Jesu verbinde, fand Renz in seiner Predigt einen schönen Vergleich mit der Art, wie Japaner ein zerbrochenes Gefäß nach der Kintsugi-Technik reparieren: Sie schaffen aus Scherben mit Japanlack und Goldstaub ein neues Kunstwerk. Auch Gott füge nicht nur heilend zusammen, was in der Welt und in ganz persönlichen Schicksalen in die Brüche gegangen sei, er lasse etwas Neues, noch Schöneres und Edleres entstehen, indem er es mit seiner Liebe vergolde.

Nicht er brauche das Gold, das die Heiligen Drei Könige dem Kind neben Weihrauch und Myrrhe brachten, die Gläubigen bedürften seines Goldes, damit ihr Leben an Weihnachten in neuem Licht erstrahle. „Vergolde das Zerbrochene unseres Lebens“ hieß die Fürbitte, die auch das Verhältnis der Menschen untereinander und die Ausgrenzung alles Fremden zur Sprache brachte und Frieden und Einheit beschwor. Dona nobis pace: Niemand entzog sich der Aufforderung, den Nachbarn die Hand zum Frieden zu reichen.

Die Schubert-Messe in B-Dur, dargeboten von Musikern des Orchester des Staatstheaters und des Chors von St. Eberhard, machte die versprochene „gute Zeit“ im Gottesdienst neben der spirituellen auch zu einer künstlerischen Bereicherung.

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