Derzeit fliegen in Stuttgart besonders viele Birkenpollen – mit Folgen für Allergiker. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Alarmstufe rot: Der Pollenflug der Birke erreicht in Stuttgart Höchstwerte – und macht Allergikern zu schaffen. Auch Gräser sind unterwegs.

Die Pollenkarte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist derzeit für die Birke orange bis knallrot eingefärbt, letztere ist die höchste Stufe auf dem Index – und sorgt bei Allergikern für teils heftige Beschwerden. Aufgrund des milden sonnigen Wetters der letzten Tage stehen die Birken in Vollblüte. Und das könnte wohl auch noch eine Weile so bleiben, während die Belastung bei Gräsern vorerst als „mäßig“ ausgewiesen wird (Stand: 24. April).

 

Die Pollenbelastung sei natürlich auch abhängig vom Standort der Birken im Stuttgarter Stadtgebiet – je mehr Bäume, desto mehr Pollen. Klar ist jedoch: Die von Heuschnupfen geplagten Allergiker leiden. Die frühlingshaften, zum Teil schon fast sommerlichen Temperaturen haben die Blüten geradezu explodieren lassen.

Eschenblüte bereits im Abklingen

Immerhin: „Die Eschenblüte hat bei uns im Südwesten Deutschlands ihren Saisonhöhepunkt überschritten“, sagt Expertin Carola Grundmann. In der Stuttgarter Region erwarte der DWD nur noch mittlere Konzentrationen.

Birkenpollen sind meist ab April in der Luft, sobald die Temperaturen über 15 Grad steigen. Da haben die Bäume mit der typisch weißlichen Rinde in der Regel zwei bis drei Wochen lang ihre Hauptblütezeit. Durch den Klimawandel bedingt und je nach Wetterlage, kann die Blüte inzwischen aber bereits früher beginnen. Je nach Birkenart und bei anhaltend milden Temperaturen kann die Blüte auch länger andauern, eine Nachblüte sogar bis in den Juni.

Birkenpollen lösen oft Allergien aus

Klar ist, dass Birkenpollen zu den aggressivsten Pollenallergenen zählen und Allergikern daher heftig zusetzen. Unter anderem auch deshalb, weil sie in gigantischen Mengen unterwegs sind. Ein einziger Baum kann bis zu 100 Millionen Pollen produzieren.

Betroffene leiden typischerweise unter diesen Symptomen:

  • juckende, tränende und gerötete Augen
  • Niesattacken
  • Triefnase und/oder verstopfte Nase
  • Jucken am Gaumen, im Hals und in den Ohren
  • Schlafstörungen und dadurch Müdigkeit
  • Atembeschwerden bzw. allergisches Asthma (in schweren Fällen)

Linderung können unter anderem Antihistaminika (als Tabletten, Nasensprays, Augentropfen) und langfristig gesehen eine Hyposensibilisierung bringen. Wer auf Birkenpollen reagiert, hat oft auch eine sogenannte Kreuzallergie – sprich: Dreiviertel der Allergiker vertragen auch kein Stein- und Kernobst sowie keine Nüsse. In Städten wird aus Rücksicht auf Allergiker inzwischen oft darauf verzichtet, Birken zu pflanzen.

Dieser Artikel erschien erstmals am 8. April 2026 und wurde am 24. April aktualisiert.