Blütenpollen sehen schön aus, sorgen aber für viele negative Symptome. Foto: Shutterstock/Robert Kneschke

Mit den ersten warmen Tagen das Jahres wächst bei vielen Menschen das Bedürfnis, wieder mehr raus in die Natur zu gehen. Allergiker können diese Zeit leider nur bedingt genießen.

Ob zum Spazieren, Sporteln im Freien oder entspannt in der Sonne sitzen und den Vögeln lauschen – der Frühling bringt bunte Blumen, gute Laune und warme Sonnenstrahlen. Neben den schönen Eigenschaften des Frühlings gibt es jedoch auch eine Sache, die er bringt, die für die meisten Menschen nicht erfreulich ist: Pollen.

Pollenallergien – Wie viele Menschen sind betroffen?

In Deutschland leiden etwa zwölf Millionen Erwachsene an einer Pollenallergie. Damit zählt Heuschnupfen in Deutschland zu einer der häufigsten allergischen Erkrankungen. Symptome einer Pollenallergie sind klassischerweise ein starker Niesreiz, eine laufende und/oder verstopfte Nase, juckende, verklebte und tränende Augen, Husten und Müdigkeit. Hinzu kommt schlechter Schlaf, der zu Erschöpfung und einer mangelnden Leistungsfähigkeit führt. Zusätzlich kann die Pollenallergie auch Asthma und Neurodermitis verschlimmern.

Pollenallergien sind schon lange weit mehr als ein saisonaler Schnupfen. Die meisten Menschen leiden nicht nur saisonal, sondern fast ganzjährig an ihren Symptomen – vor allem, wenn sie auf die Pollen mehrerer Blütenpflanzen reagieren.

Auslöser der Pollenallergie

Ursache für die Atemwegsallergie ist der Pollen- beziehungsweise Blütenstaub von wildbestäubten, männlichen Pflanzen. Anders als bei insektenbestäubten Pflanzen, die in ihrer Blütezeit weniger Pollen freisetzen, müssen wildbestäubte Pflanzen viele Pollen produzieren, um ihre Bestäubung zu garantieren. Diese Pollen können (je nach Wind- und Wetterlage) mehrere hundert Kilometer weit fliegen.

Je nach Pollenart genügen schon wenige Pollen, um bei Allergikern starke Symptome auszulösen. Die weitverbreitetsten allergieauslösenden Pollen stammen von:

  • Bäumen wie Birke, Hasel, Erle und Esche.
  • Gräser wie Wiesenlieschgras, Knäuelgras, Raygras, Glatthafer, Wiesenrispengras und Ruchgras.
  • Kräuter wie Beifuß und Beifuß-Ambrosie.

Was passiert im Körper, wenn die Pollen eingeatmet werden?

Bei Pollenallergikern reagiert der Körper, wenn Pollen eingeatmet werden, mit einer Überreaktion des Immunsystems. Das Immunsystem hält den eigentlich harmlosen Blütenstaub fälschlicherweise für eine Gefahr und attackiert mit Antikörpern. Diese Antikörper führen wiederum zu einer Histamin-Ausschüttung und das Histamin sorgt für die klassischen Entzündungsreaktionen (Symptome).

Kreuzallergien mit Pollen

Als wäre die Pollenallergie allein nicht schlimm genug – viele Menschen leiden zusätzlich zu ihrer Pollenallergie auch an sogenannten Kreuzallergien gegen Lebensmittel, die mit ihrer spezifischen Pollenallergie zusammenhängen. Diese Kreuzallergien entstehen, weil die Eiweiße mancher Lebensmittel den Eiweißen von manchen Pollen ähneln. So können beispielsweise Äpfel oder Haselnüsse bei Menschen mit einer Allergie gegen Birkenpollen oder Weizen und Tomaten bei Menschen mit einer Allergie gegen Gräserpollen ein Kratzen oder auch Schwellungen im Mund- und Rachenbereich auslösen.

Nicht-medikamentöse Tipps bei Pollenallergie

Um Pollen innerhalb der Wohnung zu vermeiden, sollten die richtigen Lüftungszeiten beachtet werden. In der Stadt ist die Konzentration der Pollen in der Luft abends am stärksten, auf dem Dorf morgens. Daran sollten sich die Lüftungszeiten orientieren. Zusätzlich können Luftreiniger helfen, die Pollen aus der Wohnungsluft zu filtern. Da Pollen an Haaren und Kleidung haften bleiben sollte während der Pollenzeit darauf geachtet werden, Kleidung direkt beim Nachhausekommen in die Wäsche zu geben und am besten direkt zu duschen oder zumindest Haare zu waschen. Außerdem helfen Nasenduschen mit Kochsalzlösung dabei, die Nasenschleimhäute von Pollen zu befreien.

Zusätzlich sollte die Wäsche nicht mehr draußen aufgehangen werden, da sich hier auch viele vorbeifliegende Pollen in der Kleidung verfangen können. Beim Autofahren hilft es, alle Fenster geschlossen zu halten; die Filter der Klimaanlage helfen dabei, die Pollen aus der Luft zu filtern, sollten aber regelmäßig gewechselt werden.

Wann blüht was?

Viele wildbestäubte Pflanzen blühen fast das halbe Jahr über. Je nach Monat ist die Pollenkonzentration jedoch besonders hoch oder weniger stark. Hier der Überblick:

Erle: Von Januar bis Mai (Hochphase Februar und März)

Hasel: Von Januar bis Mai (Hochphase Februar und März)

Ulme: Von Februar bis Mai (Hochphase März und April)

Weide: Von Februar bis Mai (Hochphase März bis Mai)

Poppel: Von Februar bis Juni (Hochphase April)

Ahorn: Von Februar bis Juli (Hochphase April und Mai)

Eibe: Von Februar bis Juli (Hochphase April und Mai)

Birke: Von Februar bis Juni (Hochphase April und Mai)

Eiche: Von Februar bis Juni (Hochphase April und Mai)

Esche: Von Februar bis Juni (Hochphase April und Mai)

Hainbuche: Von Februar bis Juni (Hochphase April und Mai)

Raps: Von März bis September (Hochphase April bis August)

Flieder: Von März bis Juni (Hochphase April und Mai)

Platane: Von März bis Juni (Hochphase April und Mai)

Rotbuche: Von März bis Juni (Hochphase April und Mai)

Spitzwegerich: Von März bis September (Hochphase Mai bis August)

Ampfer: Von März bis September (Hochphase Mai bis Juli)

Löwenzahn: Von März bis August (Hochphase Mai und Juni)

Fichte: Von März bis Juli (Hochphase Mai und Juni)

Walnuss: Von März bis Juli (Hochphase Mai)

Hopfen: Von April bis Juni (Hochphase Mai)

Akazie: Von April bis Juli (Hochphase Mai und Juni)

Rosskastanie: Von April bis Juli (Hochphase Mai und Juni)

Weizen: Von April bis August (Hochphase Mai bis Juli)

Gräser: Von April bis Oktober (Hochphase Mai bis August)

Kiefer: Von April bis Oktober (Hochphase Mai bis August)

Holunder: Von April bis September (Hochphase Juni und Juli)

Hafer: Von April bis September (Hochphase Juni und Juli)

Roggen: Von April bis August (Hochphase Juni)

Tanne: Von April bis Juli (Hochphase Juni)

Gerste: Von Mai bis August (Hochphase Juni und Juli)

Linde: Von Mai bis August (Hochphase Juni und Juli)

Gänsefuss: Von Mai bis September (Hochphase Juni bis August)

Beifuß: Von Mai bis Oktober (Hochphase Juni bis August)

Goldrute: Von Mai bis Oktober (Hochphase Juni bis August)

Brennnessel: Von Mai bis Oktober (Hochphase Juni bis Oktober)

Mais: Von Mai bis September (Hochphase Juli)

Nessel: Von Mai bis Oktober (Hochphase Juli und August)

Ambrosia: Von Juli bis Oktober (Hochphase August und September)

Die Pollen lassen sich leider nur schwer meiden. Unterschiedliche Medikamente und Immuntherapien können den Alltag mit Pollenallergie leichter machen. Wer ein paar einfache Tipps implementiert, kann Symptome zuhause verbessern, generell ist es bei dieser Allergie leider schwer, Auslöser komplett zu vermeiden.