„Der Wanderer zieht von dannen“ ist ihr dritter und letzter Fall: Der Abschluss der Trilogie bereitet den Kommissaren Koitzsch und Lehmann aus Halle einen starken Abgang.
Es ist außerordentlich bedauerlich, dass der dritte Fall des von Peter Kurth und Peter Schneider sehr sparsam und dennoch mit großer Intensität verkörperten Ermittlerduos Koitzsch und Lehmann auch der letzte ist.
Die Handlung des heutigen Polizeirufs 110
Clemens Meyer (Buch) und Thomas Stuber (Buch, Regie) haben sich für die Kommissare aus Halle an der Saale, die sich nun „ins große Schweigen“ (Koitzsch) verabschieden, eine Geschichte ausgedacht, die an die 2012 mit „Borowski und der stille Gast“ gestartete „Tatort“-Trilogie mit Lars Eidinger erinnert: Ein Mann verschafft sich Zutritt zu den Wohnungen einsamer Menschen; mitunter enden seine Besuche tödlich. Diese Serie einer unbekannten Anzahl an Morden wäre womöglich nie aufgefallen, hätte Koitzsch im Schlafzimmer einer scheinbar in der Badewanne eingeschlafenen und daher ertrunkenen alten Frau nicht eine vertrocknete blaue Blüte gefunden. Die Entdeckung dieser Pflanze namens Jungfer im Grünen hat eine besondere Bewandtnis, denn der altgediente Kommissar erinnert sich an einen entsprechenden früheren Fund. Umgehend wird eine Soko gebildet, die sich sämtliche ungeklärten Mordfälle der letzten Jahre vornehmen soll.
Nach und nach zeigt sich, dass der Eindringling über besondere Fähigkeiten verfügen muss. Koitzsch vermutet eine spezielle Ausbildung, womöglich hat der Mann für die Stasi gearbeitet. Aber dann begeht der Mörder einen ersten Fehler, als er an den jüngsten Tatort zurückkehrt und dort auf einen diebischen Hausmeister (Henning Peker) trifft. Nun gibt es einen ersten Anhaltspunkt: Das Phantom hat eine großflächige Brandnarbe im Gesicht. Bei seiner Flucht hat es außerdem ein besonderes Messer zurückgelassen, das Koitzschs inhaftierter alter Freund Roman (Thomas Lawinky) wiedererkennt: Es gehörte zur Ausrüstung einer Spezialeinheit des Ministeriums für Staatssicherheit. Er weiß zudem von alten Geschichten über einen MfS-Agenten, der angeblich durch Wände gehen konnte.
Der Trailer zu „Der Wanderer zieht von dannen“
Die Schauspieler des heutigen Polizeirufs 110
Henry Koitzsch (Peter Kurth)
Michael Lehmann (Peter Schneider)
Frau Sommer (Cordelia Wege)
Rita Schmidtke (Jule Böwe)
Roman Schuster (Thomas Lawinky)
Hausmeister Trojanowitz (Henning Peker)
Mario Schmidtke (Dirk Martens)
Der Polizeiruf 110 in der Mediathek
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TV-Ausstrahlung: Sonntag, 20.15 Uhr, ARD