In „Böse geboren“ bekommen es Katrin König und Melly Böwe mit dysfunktionalen Familien zu tun. Hat sich das Anschauen gelohnt?
Was taugt „Böse geboren“? Der neue „Polizeiruf 110“ aus Rostock im Schnellcheck.
Die Handlung in zwei Sätzen Eine Tierschützerin wird im Wald per Kopfschuss getötet. Doch der Krieg zwischen Wilderern, Aktivisten und Jägern ist nur ein Nebenschauplatz –im Wesentlichen führen die Ermittlungen des Duos König/Böwe in die belasteten Beziehungen von Eltern und ihren Kindern – auch die Ermittlerin Melly Böwe (Lina Beckmann), die aus gutem Grund ihrer Tochter die Wahrheit über ihren Vater verweigert, gehört zu diesem Kreis.
Zahl der Leichen 3
Unheimlich Eloi Christ ist als Milan der perfekte Außenseiter. Das liegt an seiner eigenwilligen Physiognomie, aber auch an seinem intensiven Spiel. Eine Entdeckung.
Überraschung Dass die so robuste Melly Böwe selbst einmal Opfer einer Vergewaltigung war – diese Offenbarung lässt ihre Kollegen, allen voran Katrin König (Anneke Kim Sarnau), geschockt zurück. Die Figurenentwicklung in Rostock bleibt spannend.
Unschuld Gibt es ein Verbrecher-Gen? Der Titel „Böse geboren“ legt das nahe, doch die Autorinnen beweisen das Gegenteil. Gute Vorbilder, Vertrauen, Liebe beziehungsweise die Abwesenheit dieser Faktoren in der Familie prägen Lebenswege.
Unser Fazit Wer genervt ist, wenn das Private der Ermittler sehr im Zentrum steht, kann auf diese Episode gut verzichten. Alle anderen bekommen eine differenziert ausgeleuchtete Studie über dysfunktionale Familien und die weitreichenden Folgen von Vorverurteilungen aufgezeigt.
Spannung Note 2; Logik Note 2