Zwei Polizisten wurden bei dem Einsatz verletzt. (Symbolbild) Foto: dpa/Silas Stein

Rund 15 Gegner und Kritiker der Coronamaßnahmen finden sich am Montag zu einer Demonstration in Herrenberg zusammen. Da die Veranstaltung nicht genehmigt ist, wird sie von der Polizei aufgelöst – doch nicht ohne teils massive Gegenwehr der Demonstranten.

Herrenberg - Mehrere Gegner und Kritiker der Coronamaßnahmen haben sich am Montagabend in Herrenberg (Kreis Böblingen) zu einer nicht genehmigten Versammlung getroffen. Die Polizei löste die Demonstration auf und hatte dabei mit teils massiver Gegenwehr mancher Teilnehmer zu kämpfen.

Wie die Beamten berichten, hatte ein Sicherheitsdienst die Polizei alarmiert und gemeldet, dass sich etwa 15 Personen vor einem Einkaufszentrum in der Hirschgasse eingefunden habe, die Kerzen in ihren Händen hielten und politische Parolen singen würden – das alles weder mit den geforderten Abständen noch mit Mund-Nasen-Bedeckungen. Der Sicherheitsdienst stellte die Teilnehmer zur Rede, daraufhin begab sich die Gruppe in Richtung der Herrenberger Altstadt.

Im Bereich „Bronntor“ konnten die herbeigerufenen Polizeibeamten die Demonstranten gegen 18.45 Uhr antreffen. Diese sollen ohne Mund-Nasen-Bedeckung im Kreis gestanden sein, hätten Lieder gesungen und selbst gemalte Plakate mit politischen Botschaften in den Händen gehalten. Als die Beamten die Personalien der Teilnehmer feststellen wollten, gab sich eine 57-Jährige als Sprecherin der Gruppe aus. Weil die Teilnehmer sowohl Plakate als auch Kerzen dabeihatten, werteten die Einsatzkräfte die Versammlung nicht als spontan, die 57-Jährige kam demzufolge als Veranstalterin in Betracht.

Teilnehmerin filmt Geschehen mit Smartphone

Sie erklärte, dass die Versammlung nicht angemeldet worden war und zeigte ein Attest vor, das sie vom Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung befreien würde. Laut Polizei soll sie dabei versucht haben, Arzt und Aussteller vor den Beamten zu verbergen. Als einer der Polizisten das Attest genauer begutachten wollte und danach griff, habe sie dies sowie ihren Ausweis weggerissen. Die Polizeibeamten kontrollierten die Frau weiter und brachten sie dazu zum Streifenwagen. Auf dem Weg dorthin habe sie mehrfach gegen das Bein eines der Beamten getreten, sich vehement gegen die polizeilichen Maßnahmen gewehrt, herumgeschrien sowie versucht, sich loszureißen. In diesem Moment sollen weitere Teilnehmer der Versammlung eingegriffen haben, um die 57-Jährige zu befreien. Schließlich brachten die Beamten die Frau zu Boden.

Eine 47 Jahre alte Frau filmte das Geschehen mit ihrem Smartphone. Als die Polizisten das Handy zu Beweiszwecken sicherstellten, soll sich die 47-Jährige dagegen gewehrt haben. Außerdem habe eine 62 Jahre alte Teilnehmerin bei der Kontrolle ihren Ausweis nicht zeigen wollen. Dabei soll sie einer Beamtin in die Hand gezwickt und heißes Kerzenwachs über einen Polizisten verteilt haben. Die 62-Jährige musste auf die Dienststelle gebracht werden, um ihre Identität zu erfassen. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde sie wieder auf freien Fuß gesetzt.

Insgesamt leiteten die Beamten gegen drei Personen Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und gegen sieben Personen Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstößen gegen die Coronaverordnung ein. Bei dem Einsatz wurden zwei Polizeibeamte leicht verletzt.

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