Die Christdemokraten kommen am Mittwoch in die Alte Kelter. Foto: dpa

Die Alte Kelter in Fellbach ist als Veranstaltungsort heiß begehrt. Am Mittwoch kommen die Christdemokraten zu ihrem Politischen Aschermittwoch in die sogenannte „Kathedrale aus Holz“.

Fellbach - Was können sich die Christdemokraten in Fellbach, ja im gesamten deutschen Südwesten glücklich schätzen, dass ausgerechnet ein Liberaler dieses Veranstaltungzentrum ermöglicht hat. War es doch der damalige Fellbacher OB Friedrich-Wilhelm Kiel, zugleich FDP-Mitglied, Landtagsabgeordneter und zwei Jahre auch Landesvorsitzender, der mit seiner „Salamitaktik“ den letztlich fünf Millionen Euro teuren Umbau der einst 1906 errichteten Alten Kelter durchgesetzt hatte.

Der Geschäftsführer kann sich vor Anfragen kaum retten

Ende September 2000 wurde diese renovierte „Kathedrale aus Holz“ in Betrieb genommen. Seitdem kann sich Geschäftsführer Jens Mohrmann, der neben der Schwabenlandhalle auch die Alte Kelter unter seinen Fittichen hat, vor Nachfragen kaum retten. Dies zeigt auch der Blick in den aktuellen Kalender. Ende Januar war das Mittelalterspektakel da, Anfang Februar folgte der Weintreff „Unsere Besten“ des Tourismusvereins Remstal-Route. Der Fellbacher Carneval Club feierte dort den Abschluss seines Faschingsumzugs. Und von diesem Mittwochabend an bezieht der Südwestrundfunk gleich für fünf Tage Position, um genügend Vorlauf zu haben für die Aufzeichnung von „Das jüngste Ger(i)ücht“ am Samstag mit Bruder Christopherus – hinter dem Mönch verbirgt sich bekanntermaßen der Kabarettist Christoph Sonntag.

Doch vor dem Mönch kommen die Christdemokraten: An diesem Mittwoch steigt um 11 Uhr der 15. Politische Aschermittwoch der CDU Baden-Württemberg. Versprochen wird von den Parteistrategen, sicher nicht zu Unrecht, „der größte politische Stammtisch des Landes“. Auch sind bei diesem Vorwahlkampf-Schaulaufen natürlich Janker und Bierhumpen Pflicht.

Die Karten für den Politischen Aschermittwoch sind längst weg

„Anfangs haben wir das als Ortsverband zusammen mit dem Kreisvorstand selber gestemmt, das wäre heute überhaupt nicht mehr denkbar“, sagt der Fellbacher CDU-Vorsitzende Hans-Ulrich Spieth angesichts der Jahr für Jahr zunehmenden Dimensionen – mittlerweile hat die Landesgeschäftsstelle das Prozedere übernommen. Das Interesse ist erneut riesig, die Karten für dieses Jahr sind längst weg.

Stets eingeladen werden politische Schwergewichte – CSU-Mann Theo Waigel („Die Augenbraue“) heizte den Massen ebenso schon ein wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble oder die heutige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Vor einem Jahr brachte Kanzleramtschef Peter Altmaier die 2000 Leute spielend in Schwung – hieß es in der überregionalen Presse. Das dürfte etwas übertrieben gewesen sein: „In der Alten Kelter sind maximal 1500 Personen zugelassen, das wird kontrolliert und eingehalten“, sagt Jens Mohrmann.

Etliche Ortsvereine kommen in Reisebussen: Sie steigen vor der Alten Kelter aus, der Bus parkt dann beim Max-Graser-Stadion. Autofahrer sollten ebenfalls dort parken, „das sind ja nur ein paar Minuten zu Fuß“, so Mohrmann. Doch auch mit der Stadtbahn U 1 oder mit der Buslinie 60 kommen viele Interessenten.

Dazu gehört auch die Fellbacher Delegation von knapp 50 Christdemokraten. Die Hoffnung, ganz vorne zu sitzen, erfüllte sich nicht, „aber wir haben jetzt recht gute Plätze ergattert“, sagt Spieth. Er freut sich vor allem auf den fulminanten Gastredner Wolfgang Bosbach, bekannt durch zahlreiche Auftritte in TV-Talkshows – von dem bekannt ist, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt. Die richtige Besetzung also für einen zünftigen Vormittag unterm filigranen Fellbacher Dachgebälk.

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