Er hat den Pokal: Freude pur bei SVK-Kapitän Marco Reichert. Foto: Elke Rutschmann

Nach dem Pokalsieg vor 1400 Zuschauer durch die Treffer von Schürmann, Schwalb und Schima steht für den SV Kornwestheim am Sonntag das Duell beim FC Marbach an.

Das Handy stand nicht mehr still bei Roberto Raimondo und über 200 Glückwünsche erreichten ihn auf WhatsApp – kein Wunder, schließlich hat der Trainer des SV Kornwestheim sich mit dem 3:2 (2:0) gegen den A-Ligisten TSV Grünbühl den Titel im Bezirkspokalfinale geholt.

 

Ein Traum in Blau ist wahrgeworden für die Kornwestheimer. Blau war nicht nur die bestimmende Farbe nach dem Schlusspfiff, als sich die Spieler ihre Pokalsiegertrikots überstreiften und durch blaue Sonnenbrillen ihre schöne neue Fußballwelt betrachteten. Blau bestimmte nahezu auch das Geschehen auf dem Platz. 1400 Zuschauer waren am Bissinger Bruchwald  Zeuge einer taktischen Meisterleistung des Bezirksligisten. „Ja wir hatten einen Masterplan und den haben die Jungs komplett umgesetzt“, sagt Roberte Raimondo, der den Gegner vor der Partie seziert hatte nach intensivem Videostudium. Die Strategie, vor allem die Außen zu doppeln ging auf. Kein Wunder, dass die mitgereisten SVK-Fans nach dem Schlusspfiff anstimmten: „Wir wollen den Trainer sehen“ und dem Pokalmacher dann auch eine Bierdusche verpassten.

Von Beginn an dominierten die Kornwestheimer und hätten die Partie schon nach einer Minuten in Überzahl gestalten können, denn Nico Schürmann konnte von Grünbühls Kapitän Seyit Midilli nur per Notbremse gestoppt werden. Statt der fälligen Roten Karte beließ es Schiedsrichter Stefan Schweizer bei Gelb. Aber auch gegen elf Mann trat der SVK gewaltig auf. Schürmann war dann auch bei der Führung beteiligt nach 15 Minuten als er eine Flanke von Tom Schneider zum 1:0 verwertete.

Cedric Schröder feiert mit Torschütze Dany Schima das 3:0. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Der Offensivdrang der Raimondo-Truppe ging weiter. Fast hätte Schürmann den nächsten Treffer feiern können, aber nach einer erneut starken Vorlage von Schneider vergab er freistehend aus zehn Metern (21.). Die Kornwestheimer hatten früh erkannt, dass die rechte Seite der Grünbühler mit dem ehemaligen Oberliga-Verteidigers Pierre Williams leicht zu überwinden war. Richtig schön anzuschauen war dann der zweite Treffer der Blauen. Diesmal war Kapitän Marco Reichert nach Doppelpass mit Schneider involviert und bediente gefühlvoll Marco Schwalb (44.), dessen Kopfball zum 2:0 in die Maschen ging.

Grünbühls Coach wechselt sich nach leblosem Auftritt selbst ein

Grünbühls Spielertrainer Pascal Hemmerich konnte den leblosen Auftritt seines Ensembles nicht länger hinnehmen und wechselte sich nach der Pause selbst ein. Auch sonst zeigte seine Pausenansprache Wirkung, denn das Spiel der Grünbühler wurde dynamischer. Prompt bereitete der Coach die erste Torchance vor, doch SVK-Keeper Steffen Scheck wehrte den Schuss von Fabio Coppola (54.) glänzend ab. Dann schwenkte das Momentum aber wieder zum SVK und dem eingewechselten Danny Schima (80.) gelang das 3:0. Doch dann mussten die Dominatoren doch noch zittern.

„Es ärgert mich, dass wir am Ende nicht mehr richtig da waren. Aber Hauptsache gewonnen“, sagt Raimondo nach den späten Gegentreffern durch Coppola (85.) und Hemmerich (87.) Auch Marco Reichert feierte den Traum in Blau nach seinem ersten Pokalsieg: „Ich bin überglücklich. Jetzt werden wir richtig die Hütte abreißen“, sagte der Kapitän, der 2013 das Endspiel gegen den FC Marbach im Elfmeterschießen verloren hatte. Gefeiert wurde dann im Club Plan B in Kornwestheim bis 4.30 Uhr.

Ergänzungsspieler dürfen gegen Marbach ran

Am Sonntag steht das Ligaspiel (15 Uhr) beim FC Marbach an. „Das wird nicht leicht, die Jungs nochmals auf das Level zu bringen“, sagt Raimondo. Gianluca Altobelli, Reichert und der angeschlagene Schürmann werden fehlen. Dafür bekommen diesmal die Ergänzungsspieler ihre Chance. Raimondo würde weiter gerne im Feiermodus bleiben: „Wir wollen auch dieses Spiel gewinnen.“

SVK: Scheck – Schröder, Strehlow, Kotsinas, Polizoakis – Altobelli, Oesterwinter – Reichert (56. Schima), Schneider (79. Stange), Schwalb (74. Mira) – Schürmann (24. Bechthold). – TSV Grünbühl: Bortel – Coppola, Midilli (30. Tasdemir), Ngo, Williams – Kalan (90. Staack), Kap (46. Erdogan) – Beganovic (46. Hemmerich), Lovric, Beller – Schick. – Tore: 1:0 Schürmann (15.), 2:0 Schwalb (44.), 3:0 Schima (80.), 3:2 Coppola (85.), 3:2 Hemmerich (87.).