Auf Augenhöhe: Die Podiumsdiskussion mit Matthias Knecht (links) und Werner Spec wird im Ludwigsburger Scala stattfinden. Die Ludwigsburger OB-Wahl ist enorm spannend, einen klaren Favoriten gibt es diesmal nicht. Foto: factum (Archiv)

Fünf Kandidaten treten zur OB-Wahl in Ludwigsburg an, nur zwei haben Chancen. Unsere Zeitung wird den Amtsinhaber Werner Spec und seinen Herausforderer Matthias Knecht in einer Talkshow am 27. Juni mit den Themen konfrontieren, die für die Stadt wichtig sind.

Ludwigsburg - Es ist lange her, dass der Oberbürgermeisterposten in Ludwigsburg derart heftig umkämpft gewesen ist, sehr lange schon. In seine erste Wahl im Jahr 2003 war Werner Spec als haushoher Favorit gegangen, er hatte damals die breite Mehrheit des Gemeinderats hinter sich und der härteste Konkurrent bereits im Vorfeld das Handtuch geworfen, Spec siegte souverän. Bei seiner Wiederwahl 2011 gab es gar keine ernsthaften Gegenkandidaten mehr. Spannend war es in Ludwigsburg zuletzt im Jahr 1995, als sich der damalige Reutlinger Kulturbürgermeister Christof Eichert gegen Mitbewerber Erich Stather durchsetzte. 24 Jahre ist das nun her.

In zweieinhalb Wochen werden die Wähler der Barockstadt erneut zu den Urnen gerufen, und auch wenn sich die politischen Fraktionen in der Stadt selten einig sind, herrscht doch in einer Frage Konsens: Es wird endlich mal wieder spannend. Eine seriöse Prognose, wer diese richtungsweisende Wahl gewinnen wird, ist kaum möglich.

Der Amtsinhaber hat die Mehrheit im Gemeinderat verloren

Das liegt am Amtsinhaber. Werner Spec hat die Mehrheit im Rat längst verloren, er wird nur noch von den Freien Wählern unterstützt. Und es liegt am Herausforderer. Matthias Knecht ist es gelungen, in relativ kurzer Zeit die CDU, die SPD und die Grünen hinter sich zu versammeln. Hinzu kommen weitere Bewerber: die Erzieherin Heike Baumbach und der Architekt Konrad Kling, der Mitglied der Satirepartei „Die Partei“ ist. Am ehesten ernst zu nehmen ist die Kandidatur des dritten Politik-Neulings. Der 26-jährige Student Jakob Novotny geht mit einer linken Agenda ins Rennen und macht, vor allem im Internet, einen durchaus professionellen Wahlkampf.

Dennoch: Alle Beobachter sind sich einig, dass es am 30. Juni auf ein Duell hinausläuft zwischen Spec und Knecht, und aus diesem Grund wird unsere Zeitung diese beiden Kontrahenten drei Tage vor dem Wahltermin auf die Bühne des Ludwigsburger Scala-Theaters einladen. Wir wollen die Kandidaten für das wichtigste politische Amt in der Stadt mit jenen Themen konfrontieren, die für diese Stadt von Bedeutung sind. Wir wollen sie fragen, was sie gegen die Wohnungsnot tun werden. Wir wollen wissen, wie sie die Verkehrsprobleme lösen wollen. Wir werden fragen, wie die Stadt Ludwigsburg ihren Wohlstand sichern kann, die Arbeitsplätze – in Zeiten, in denen die wichtigste Industrie dieses Landes, die Autoindustrie, vor einer unsicheren Zukunft steht. Auch das Publikum wird umfassend Gelegenheit bekommen, Fragen zu stellen.

Der Herausforderer vermeidet inhaltliche Festlegungen

Vor allem Matthias Knecht hat es im Wahlkampf weitgehend vermieden, sich inhaltlich festzulegen. Der Rechtsprofessor vertraut offenbar darauf, dass ihn die Wechselstimmung ins Amt trägt, weil die Wähler nach 16 Jahren vielleicht genug von Spec haben. Knecht gibt sich als Versöhner. Aber auch der Amtsinhaber ist zuletzt moderater aufgetreten und versucht, so kurz vor der Wahl niemanden mehr zu verprellen. Er gibt sich als Macher.

Moderiert wird die Podiumsdiskussion von Tim Höhn, dem Leiter der Ludwigsburger Redaktion von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten, und seinem Stellvertreter Rafael Binkowski. Sie beide werden versuchen, möglichst konkrete Antworten auf konkrete Fragen zu bekommen: Braucht die Innenstadt mehr Grün oder mehr Parkplätze? Braucht Ludwigsburg die Stadtbahn oder Schnellbusse? Mehr Platz für Radwege oder für Autos? Braucht Ludwigsburg mehr Einzelhandel? Wo sollen die dringend benötigten Wohnungen für die stetig wachsende Bevölkerung entstehen?

Auch davon gehen alle Beteiligten aus: Die Wahlbeteiligung wird höher sein als vor acht Jahren, als nur 20,2 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben. Dementsprechend groß wird voraussichtlich auch das Interesse an unserer Talkshow sein – es empfiehlt sich also eine frühe Anmeldung.

450 Plätze für die Besucher der Podiumsdiskussion

Die Podiumsdiskussion ist am 27. Juni, 19 Uhr, im Scala an der Stuttgarter Straße 2. Das Scala verfügt über 450 Plätze. Im Anschluss gibt es für die Besucher Brezeln und Getränke zur Stärkung. Der Eintritt ist kostenlos, aber eine Anmeldung ist nötig.

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