ZDF-Chefredakteur Peter Frey weist den Vorwurf der AfD zurück, sie werde von den Medien benachteiligt. Foto: dpa

„Wir wollen niemanden bevormunden. Wir wollen Fakten liefern“, sagt ZDF-Chefredakteur Peter Frey bei einer Diskussion mit AfD-Vertretern in Dresden. Der frühere „Bild am Sonntag“-Chef Nicolaus Fest wirft den Öffentlich-Rechtlichen „Nicht- und Falschberichterstattung“ vor.

Dresden - ZDF-Chefredakteur Peter Frey und ARD-„Tagesschau“-Chef Kai Gniffke haben den Vorwurf der AfD zurückgewiesen, die öffentlich-rechtlichen Medien würden tendenziös berichten. „Wir wollen niemanden bevormunden. Wir wollen Fakten liefern“, sagte Frey am Donnerstagabend in Dresden bei einer Podiumsdiskussion. „Die Entscheidung, ob jemand gut oder schlecht ist, überlassen wir dem Zuschauer.“

Zu der Veranstaltung unter dem Titel „Medien und Meinung“ hatte der Kreisverband der AfD Dresden eingeladen. Rund 300 Gäste, darunter rund 70 Journalisten, nahmen daran teil. Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell, betonte: „Ich erwarte von einem Journalisten, dass er sein Handwerk macht.“

Kein Handwerk ohne Fehler

Die Medien seien ihren Nutzern „Korrektheit und Transparenz schuldig“, sagte Frey, räumte aber auch ein, dass Journalisten Fehler machten, für die sie sich dann auch entschuldigten. „Ein Handwerk ohne Fehler - das gibt es nicht“, sagte der Chefredakteur.

Er wolle sich die Kritik an den Medien anhören und er sei gern nach Sachsen gekommen, sagte Frey. Zugleich kritisierte er den Ton, den Teile der AfD gegenüber den Journalisten anschlügen. Auch die „hämische Kritik“ an einzelnen Journalisten müsse aufhören. Und weiter sagte der ZDF-Chefredakteur: „Wenn Sie in den Dialog treten wollen, müssen sie ihr Verhältnis zum rechten Rand klären.“

Vorwürfe an die Medien

Auf dem Podium saß zudem der Berliner AfD-Politiker Nicolaus Fest, der früher stellvertretender Chefredakteur der „Bild am Sonntag“ war. Er warf den öffentlich-rechtlichen Medien eine „Nicht- und Falschberichterstattung“ vor. Das sei zum Beispiel in Chemnitz nach dem gewaltsamen Tod des 35-jährigen Deutschkubaners der Fall gewesen.

Zudem diskutierte der persönliche Referent von AfD-Chef Alexander Gauland, Michael Klonovsky, mit, der früher Chef vom Dienst des Nachrichtenmagazins „Focus“ war. Er warf den Medien unter anderem vor, nichts Positives über den US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu berichten.

AfD kommt nicht zu kurz

Frey reagierte auf den Vorwurf, die AfD komme zu wenig in den öffentlich-rechtlichen Sendern vor, mit einer Statistik. Demnach kamen in den ZDF-Nachrichtensendungen die AfD innerhalb von zehn Monaten auf 171 Fernseh-O-Töne, die FDP in denselben Sendungen auf 120, die Linke auf 160 und die Grünen auf 230 O-Töne.

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