Beim Podcast „Sekten & Kulte – Im Namen des Bösen“ handelt es sich um die Adaption des amerikanischen Podcasts „Cults“. Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Im Podcast „Sekten & Kulte“ werden ebendiese vorgestellt. Die Moderatoren Diane Hielscher und Sebastian von Dagow erzählen die Geschichte und Psychologie hinter den manipulativen Organisationen. Für wen sich das Format eignet, erfahren Sie in unserem Überblick.

Stuttgart - Eine Mischung aus Neugierde und Ungläubigkeit stellt sich beim Hören von „Sekten & Kulte“ ein. Der Podcast gewährt einen Blick in die menschlichen Abgründe und erklärt die Psychologie hinter den Organisationen – von satanistischen Kulten bis hin zu extremen spirituellen Gruppen. Das Format im Überblick:

Die Protagonisten

Diane Hielscher und Sebastian von Dagow führen durch den Podcast und zwar anders als in der häufig verwendeten Darstellungsform. Die Moderatoren sprechen nicht frei, das Format wurde mit fest zugewiesenen Sprecheranteilen wie für ein Hörbuch eingesprochen. Hielscher war bei diversen Radiostationen und wurde 2014 mit dem Deutschen Radiopreis als beste Moderatorin ausgezeichnet. Von Dagow ist Schauspieler.

Darum geht’s

Mit welchen Techniken schaffen es Sekten- und Kultführer andere Menschen derart zu manipulieren, dass diese sich scheinbar ohne eigenen Willen den selbst ernannten Auserwählten anschließen? Oder sich gar misshandeln lassen, zum Mörder werden? Im Podcast „Sekten & Kulte“ geht man den Ursprüngen und der Psychologie auf den Grund. Je zwei Folgen widmen sich einer Organisation, es geht um die Kindheit und das Elternhaus der späteren Anführer, den Aufbau und das Ausmaß der Lehren. Bei „Sekten & Kulte“ handelt es sich um eine Adaption des amerikanischen Podcasts „Cults“, der exklusiv für Spotify und Parcast entstanden ist.

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Die Stimmen

Die Stimmen von Diane Hielscher und Sebastian von Dagow hätten passender kaum gewählt werden können. Die professionellen Sprecher bringen den ohnehin spannenden Inhalt mitreißend an den Hörer. Die jeweils eingesprochenen Passagen wechseln sich in der richtigen Mischung ab. Passende gewählte Hintergrundmusik verstärkt die Stimmungslage der Hörer. Hielscher und von Dagow sprechen hauptsächlich aus der Erzählperspektive, es werden aber immer wieder Zitate von Anführern, ehemaligen Mitgliedern oder Freunden eingeworfen. Diese Sichtweisen wörtlich zu hören, lässt einen oft ungläubig zurück, führt aber dazu, das Ausmaß der verqueren Ansichten noch greifbarer zu machen.

Suchtfaktor oder Abschaltgefahr?

Suchtfaktor, für alle, die sich für True-Crime-Formate interessieren und starke Nerven haben. Denn die Ausführungen hinsichtlich Gewalt, sexueller Fantasien oder Opfergaben gehen unter die Haut. Besonders positiv ist der Umstand, dass man einen ungewohnten Einblick in die Köpfe der Anführer bekommt und versteht, wie die späteren Mitglieder durch verschiedene Techniken manipuliert werden konnten. Das Format hat Hörbuchcharakter und erfordert höhere Aufmerksamkeit als thematisch leichtere Podcasts. Daher empfiehlt sich „Sekten & Kulte“ für einen ruhigen Moment, ohne viel Ablenkung.

Info

„Sekten & Kulte“ erscheint wöchentlich am Dienstag exklusiv auf Spotify.

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