Die Tiefgarage hat es gegeben, lange bevor das PMGZ gebaut worden ist. Foto: Alexandra Kratz

Einige PMGZ-Bewohner in Stuttgart-Vaihingen sind beunruhigt, weil manchmal auf den Fluren fremde Menschen unterwegs sind. Das Problem ist die Tiefgarage.

Vaihingen - Kathrin Rose kennt das Thema aus eigener Erfahrung. Die Mitarbeiterin des Paritätischen Mehrgenerationenzentrums (PMGZ) in Stuttgart-Vaihingen hat schon mehrfach Menschen im Aufzug getroffen, die sich verirrt hatten. Die einen wollten eigentlich in der Schwabengalerie, die anderen in das gegenüberliegende Daimler-Schulungszentrum.

Auch den Bewohnern des PMGZ begegnen im Aufzug und im Treppenhaus Personen, „die – so hat es den Anschein – orientierungslos herumlaufen“. So steht es im Seerosenblatt, der Hauszeitschrift des PMGZ. Und weiter ist dort zu lesen: „Gern hilft man da weiter, aber es gibt ja unter Umständen auch andere Gründe, sich im Gebäude aufzuhalten.“ Leider sei aus allen Ebenen der Tiefgarage ein Zugang zum Haus möglich. Und wer erst einmal im Treppenhaus sei, könne auch in die einzelnen Etagen gelangen und bis zu den Wohnungstüren vordringen. „Dass das so ist, beeinträchtigt sehr das Gefühl der Sicherheit, das man sich fürs Betreute Wohnen wünscht. Es sollte dringend nach einer Lösung gesucht werden, diese Zugangsmöglichkeit zu verhindern“, schreibt der Autor im Seerosenblatt.

Tiefgarage ist ein zusammenhängendes Objekt

Eine solche Möglichkeit gebe es aber nicht, erklärt Rose. Denn die Tiefgarage sei ein zusammenhängendes Objekt und werde von der Schwabengalerie, dem Schulungszentrum, dem Hotel und dem PMGZ gemeinsam genutzt. Zudem führe der Fluchtweg aus der Tiefgarage ins PMGZ. Das ist auch historisch bedingt. Denn das Einkaufszentrum und auch das Daimler-Gebäude gab es lange vor dem PMGZ. Damals endeten die Fluchtwege an der frischen Luft. Jetzt steht dort der Gebäudekomplex.

„Die Treppenhäuser hermetisch abzuriegeln, ist daher nicht möglich“, sagt Kathrin Rose. Allerdings gebe es spezielle Fluchttüren, die auch mit einem entsprechenden Signal ausgestattet seien. Wenn diese Türen geöffnet werden, gebe es einen Alarm und die Hausverwaltung werde informiert. Die schaue dann nach dem Rechten.

Kein Sicherheitsproblem, sondern eher eine „gefühlte Unsicherheit“

Rose betont auch, dass sich zwischen den Treppenhäusern und den Wohnfluren noch einmal Türen befinden. „Diese können nur mit dem entsprechenden Transponder geöffnet werden“, sagt die PMGZ-Mitarbeiterin. Ein Transponder ist eine Art elektronischer Chip, der wie ein Schlüssel funktioniert. Die Türen zu den Wohnfluren seien Brandschutztüren und daher immer geschlossen. „Wer rein will und keinen Transponder hat, muss klingeln“, so Rose. Sie appelliert an die Bewohner, nicht immer gleich zu öffnen, wenn es schelle und man nicht wisse, wer vor der Tür stehe.

„Das Risiko, dass einem auf den Wohnungsfluren komische Menschen begegnen, kann man nie ausschließen“, sagt Rose. Um das Risiko möglichst klein zu halten, plädiert sie dafür, aufeinander acht zu geben. Insbesondere für ältere Menschen sei die Sicherheit ein wichtiges Thema, was man ernst nehmen müsse. Es gebe aber kein Sicherheitsproblem, sondern eher eine „gefühlte Unsicherheit“ bei einigen Bewohnern.

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