Julius Könekamp ist einer der Akteure in der Dokureihe „Down the Road“, die jetzt im SWR-Fernsehen ausgestrahlt wird. Die ungewöhnliche Reise hat ihn an seine Grenzen gebracht.
Sechs junge Menschen mit Down-Syndrom gehen mit Entertainer Ross Antony auf eine zwölftägige Abenteuerreise durch den Südwesten. Sie bauen ein Floß, zelten im Wald, rauschen mit der Zipline über die Baumkronen, bereiten ein Menü zu – das sind nur einige Herausforderungen, denen sie sich, ohne ihre Familien und fern ihres sonst durchstrukturierten Alltags, stellen. Sie alle wollen Freiheit und Unabhängigkeit demonstrieren. „Down the Road“ heißt der außergewöhnliche Roadtrip, der jetzt im SWR-Fernsehen ausgestrahlt wird. Am Mittwochabend waren die ersten beiden Folgen der sechsteiligen Dokureihe zu sehen.
Mit dabei ist der 25-jährige Julius Könekamp aus Plochingen. Er habe sich im Frühjahr für das Projekt beworben und sei nach einem längeren Casting ausgewählt worden, berichtet seine Mutter Verena Könekamp. „Julius war total glücklich und aufgeregt. Schon immer wollte er mal ins Fernsehen kommen.“ Allerdings sei das Abenteuer für ihn, der in einem Wohnheim der Lebenshilfe Esslingen lebt, auch sehr anstrengend gewesen, räumt sie ein. „Nach einer Woche wurde es ihm zu viel, er brach ab.“ Das ist auch der Grund, warum Julius ab Folge vier nicht mehr zu sehen ist. Die Mutter ist dennoch stolz auf ihren Sohn: „Es ist eine Gabe von ihm, Dinge die ihm nicht gut tun, zu beenden.“ Seinen Platz hat ein anderer eingenommen – Yannis. „Ihn nannte er dann später, als sie sich kennenlernten, sein Double“, erzählt Verena Könekamp.
„Down the Road“ sei „keine Doku über Menschen mit Down-Syndrom, sondern eine Doku mit Menschen mit Down-Syndrom“, betonen die Macher der Reihe. Erzählt werden sehr persönliche Geschichten. Julius zum Beispiel offenbart den Freunden, dass er homosexuell ist – und einsam. Verena Könekamp findet es wichtig, Menschen mit Down-Syndrom ins Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken. „Sie werden oft vergessen. Dieser Film hilft, sie als liebenswerte Menschen zu zeigen. Das ist mir als Mutter natürlich klar, aber vielen Menschen leider nicht.“
Sendetermine Die nächsten Doppelfolgen sind am 8. und 12. Oktober jeweils ab 20.15 Uhr im SWR zu sehen, die komplette Reihe ist in der ARD-Mediathek abrufbar.