Bis die Schattenallee Schatten spendet, wird noch einige Zeit vergehen. Foto: Roberto Bulgrin

Das Wetter hat gepasst, das Programm ebenfalls: Grund zum Feiern gab es beim Plochinger Bruckenwasenfest aber noch aus einem weiteren Anlass.

Es ist einiges anders gewesen, als in den vergangenen Jahren: Dass das Plochinger Bruckenwasenfest aber darunter gelitten hätte – aufgrund der auch im städtischen Kulturetat notwendigen Sparmaßnahmen – von zwei Tagen auf einen Tag eingedampft worden zu sein, lässt sich nicht unbedingt behaupten.

 

Es war wie immer: Fröhliche Kinder, gut gelaunte Erwachsene, informative Gespräche an den unterschiedlichsten Ständen, reges Interesse an allerlei Mitmachaktionen und ein Rahmenprogramm, das aufgrund der kürzeren Dauer – zumindest gefühlt – noch kompakter und vielseitiger daherkam als in der Vergangenheit. Und das Wetter hat auch gepasst. Der „Versuch“ könnte in den nächsten Jahren also durchaus zur Regel werde.

Von Zuschauen bis Selber-Ausprobieren

Die bewährten Akteure, von A wie ADFC über F wie Fliegergruppe und M wie Musikverein bis Y wie Yachtclub, ließen es sich jedenfalls nicht nehmen, während der sonntäglichen Veranstaltung so viel anzubieten, dass es eigentlich fürs ganze Wochenende gereicht haben müsste. Die Besucherinnen und Besucher hatten vor den beiden Musikbühnen ebenso ihren Spaß wie bei den anderweitigen Vorführungen, beim Selber-Ausprobieren oder einfach nur beim Es-Sich-Gut-Gehen-Lassen.

Anders war das Bruckenwasenfest aber noch aus einem weiteren feierlichen Grund – und der wird sich in Zukunft nicht wiederholen lassen, seinem Sinn aber wohl erst im Laufe der Zeit gerecht werden. Plochingen hat auf dem einstigen und zu weiten Teilen stets sonnenbeschienenen Gartenschaugelände jetzt eine Schattenallee. Diese spendet derzeit zwar noch nicht allzu viel davon, was sich – naturgegeben – bis in einigen Jahren jedoch ändern dürfte.

25 Baumarten sollen künftig für Abkühlung sorgen

Zusammen mit der Festeröffnung hat Bürgermeister Frank Buß die neue Baumreihe ihrer Bestimmung übergeben. Diese ist, wie es heißt, eine „Experimentierfeld“, besteht aus 25 Baumarten und zieht sich von der Gasstätte „Steiner am Fluss“, am Boule-Platz vorbei bis zum Bruckenwasen-Spielplatz. Die jungen Bäumchen sollen irgendwann einmal für kühle Orte der Erholung sorgen, da sie nicht nur Schatten spenden, sondern auch die Luft abkühlen, Kohlendioxid binden, Schadstoffe filtern und so zur Klimaregulation beitragen.

Beschlossen wurde das Projekt im Juli vergangenen Jahres durch den zuständigen Gemeinderatsausschuss und trotz knapper Finanzen umgesetzt. Allzu sehr belastet wurde die Stadtkasse aber ohnehin nicht. Die Gesamtkosten von gut 80 000 Euro werden zu 80 Prozent durch den Bund bezuschusst. Zudem haben sich 24 Spender gefunden, die etwas mehr 8000 Euro beigesteuert haben.

Entsprechend zufrieden zeigte sich der Rathauschef: „Plochingen kann sich glücklich schätzen, wenn sich Menschen für ihre Stadt engagieren. Herzlichen Dank an alle, die mit ihren Spenden zum Anlegen einer Schattenallee im Landschaftspark Bruckenwasen beigetragen haben.“ Die hier gepflanzten Bäume seien ein Projekt für Generationen und würden eine Verantwortung für Umwelt und Natur mit städtischer Lebensqualität verbinden, ergänzte er – und ließ dem Bruckenwasenfest seinen Lauf.