Der Erdaushub am Aussichtsturm hat begonnen, im Hintergrund ist die „blaue Mauer“ der Alb zu sehen. Foto: Ines Rudel

Auf dem Plochinger Stumpenhof haben die Arbeiten für einen Neubau der Landkreisverwaltung begonnen. Die Kosten liegen bei 40 Millionen Euro.

Plochingen - Wegen der Corona-Krise ist zwar der offizielle Baggerbiss abgesagt worden. Dessen ungeachtet haben in Plochingen am Aussichtsturm jetzt die Bauarbeiten für den Neubau eines Verwaltungsgebäudes der Kreisverwaltung begonnen. Die jetzt anstehenden Arbeiten erlaubten die Einhaltung der notwendigen Abstandsregeln, teilt das Landratsamt Esslingen mit. Auch die seit Januar laufenden Vorarbeiten, zu denen unter anderem der Abbruch des ehemaligen Krankenhaus-Personalwohngebäudes zählte, konnten ohne Bedenken erfolgen.

Das Gebäude erfüllt hohe Öko-Standards

Der Erdaushub dauert voraussichtlich bis circa Mitte Mai. „Wir haben den weiteren Baufortschritt unter den derzeit gegebenen Vorgaben geplant und werden die jeweils weiteren Schritte den geltenden Regeln anpassen“, betont der Landrat Heinz Eininger. Die Baumaßnahme ist der Auftakt für eine zeitgemäße Unterbringung der Landkreisverwaltung, die in mehreren Abschnitten bis 2026 verwirklicht werden soll.

Entstehen wird ein quadratischer, fünfgeschossiger Baukörper mit Innenhof. Die kompakte Bauweise ermöglicht ausreichende Freiflächen und erhält den Ausblick vom denkmalgeschützten Jubiläumsturm des Schwäbischen Albvereins ins Neckartal und auf den Albtrauf. Eine prägende Grünfassade trägt der Stadtrandlage als auch den ökologischen Ansprüchen Rechnung. Das Gebäude wird energieeffizient errichtet, eine Fotovoltaikanlage auf dem Gründach und die Nutzung von Recyclingbeton runden das Nachhaltigkeitskonzept ab.

In dem Neubau werden 225 Menschen arbeiten

Geschaffen wird eine Nutzfläche von 5700 Quadratmetern. Das neue Gebäude ist auf 225 Arbeitsplätze ausgelegt. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2022 geplant. In das neue Gebäude werden das Rechts- und Ordnungsamt, das Straßenverkehrsamt, das Ausländeramt, das Kreismedienzentrum sowie der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Esslingen einziehen.

Am Standort Plochingen befinden sich bereits das Gesundheitsamt, das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt, das Amt für Kreisschulen und Immobilien, das Hochbauamt und das Revisionsamt in den umgebauten und sanierten Gebäudeteilen des ehemaligen Plochinger Krankenhauses.

In Esslingen gab es kein geeignetes Interimsgebäude

„Ich wünsche der Baumaßnahme ein gutes Gelingen und allen am Projekt beteiligten viel Erfolg, vor allem aber eine gute Gesundheit und die notwendige Kraft, mit den Herausforderungen der Zeit umzugehen“, erklärte Heinz Eininger zum Baustart. Den Auftrag für die Errichtung des Verwaltungsgebäudes hat die Bad Saulgauer Firma Georg Reisch nach einem Beschluss in der Kreistagssitzung am 7. November erhalten. Die Planung erfolgt durch das Architekturbüro Lederer, Ragnarsdóttir Oei aus Stuttgart.

Ausgangspunkt für den Neubau in Plochingen war, dass für den geplanten Neubau des Landratsamts in Esslingen trotz intensiver Suche nicht ausreichend große Interimsgebäude für die Unterbringung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung gefunden werden konnten. Nun wird ein Teil der Belegschaft dauerhaft ihren Arbeitsplatz in Plochingen finden. Der verbleibende Teil der Beschäftigten wird während der Neubauphase zentral in Esslingen im Einkaufszentrum Das ES!, dem Fleischmannhaus sowie dem Württemberger Hof interimsmäßig untergebracht.

Der Neubau in Esslingen kostet geschätzt 130 Millionen Euro

Der Landkreis Esslingen investiert 40 Millionen Euro, um auf dem Plochinger Stumpenhof kurzfristig eine Ausweichoption für die dem Abbruch geweihte Verwaltungszentrale in Esslingen zu bekommen. Sobald die betroffenen Ämter vorübergehend umgezogen sind, rücken auch in den Esslinger Pulverwiesen die Abrissbagger an. Das rund 40 Jahre alte Landratsamt dort macht dann Platz für einen Neubau. Die geschätzten Kosten liegen bei 130 Millionen Euro. Eine Sanierung in den Pulverwiesen wurde als nicht wirtschaftlich angesehen. Außerdem platzt das Landratsamt längst aus den Nähten. Mit Esslingen und Plochingen wird sich die Kreisverwaltung dauerhaft auf zwei Standbeine stellen.

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