Die Plieninger Leistungsgemeinschaft will den ortsansässigen Gewerbetreibenden eine Plattform bieten. Foto: Jacqueline Fritsch

Drei Mitglieder führen derzeit die Plieninger Leistungsgemeinschaft provisorisch. Ob sich nach den Herbstferien ein neuer Chef findet, ist unklar. Doch es gibt einen Notfallplan.

Plieningen - Nach gut zwei Jahren tritt Frank Oschatz als Vorsitzender der Plieninger Leistungsgemeinschaft (PLG) zurück. „Ich kann den Posten nicht mehr voll und ganz ausfüllen“, sagt er. Vor drei Jahren habe er mit seiner Internetagentur von der Teil- in die Voll-Selbstständigkeit gewechselt; diese Tätigkeit nehme nun viel Zeit in Anspruch. „Und je mehr man dann noch im Ehrenamt macht, desto weniger Zeit bleibt für die Familie“, sagt Oschatz. Deshalb habe er bereits im Januar angekündigt, sein Amt im Vorstand abzugeben.

Für die PLG ist das ein Problem. „Es ist alles ein bisschen traurig, wie die Situation grade ist“, sagt Folker Baur, Mitglied des PLG-Vorstands. Händeringend würde der Verein nach einem Vorsitzenden suchen – bisher ohne Erfolg. „Es bleiben nicht so viele Leute übrig, die man noch nicht gefragt hat“, sagt Baur und kann die Entscheidung der Mitglieder verstehen: „Wenn die Arbeit gut läuft und man viel zu tun hat, warum sollte da einer noch abends seine Freizeit opfern?“

Für Folker Baur selbst kommt das Amt ebenfalls nicht in Frage. Er übernehme gerne einzelne Aufgaben oder die Verantwortung für Vereinsaktionen – nicht aber die gesamte Leitung. „Ich bin jetzt auch schon 70. Wenn ich sage, ich mache das für ein, zwei Jahre, ist das auch nicht der Sinn der Sache“, sagt Baur. Es würden junge Leute fehlen, die sich im Verein engagieren.

„Die Leute sind vereins- und amtsmüde geworden“

Dass die PLG zurzeit sehr dünn aufgestellt ist, hat sich laut Folker Baur in den vergangenen Jahren bereits abgezeichnet. „Die Leute sind vereins- und amtsmüde geworden“, sagt er. Frank Oschatz möchte er keinesfalls einen Vorwurf machen. „Seine Entscheidung muss man einfach akzeptieren“, sagt Baur. Viele Vereine hätten mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, auch um Birkach aktiv habe es vor Kurzem nicht gut gestanden. Nun müsse die PLG durch eine Talfahrt.

Bei der Hauptversammlung, bei der eigentlich ein neuer Vorsitzender gewählt werden sollte, waren 13 Mitglieder anwesend und damit nicht die erforderlichen 20 Prozent, um entscheidungsfähig zu sein. Die geringe Teilnehmerzahl sei auch Corona geschuldet, sind sich Baur und Oschatz einig. Bei der nächsten außerordentlichen Sitzung nach den Herbstferien kann unabhängig von der Zahl der Anwesenden abgestimmt werden.

Das ist der Notfallplan

Wer dann Vorsitzender wird – davon habe noch niemand Ahnung. Aber: „Der Verein wird mit Sicherheit nicht untergehen“, sagt Folker Baur, „zur Not ziehen wir das zu dritt einfach durch“. Damit meint Baur sich selbst, das PLG-Mitglied Daniel Geiger und den zweiten Vorsitzenden Jürgen Schumacher. Letzterer ist ebenfalls zuversichtlich, dass der Verein die Personalkrise überleben wird. „Wir werden uns jetzt nicht auflösen“, sagt Schumacher, „ich weiß aber nicht, wie es weitergeht. Vielleicht muss man den Verein komplett umstrukturieren und die Arbeit auf viele Schultern verteilen“.

Als Mitglied will Frank Oschatz erst einmal in der PLG bleiben. „Es muss ja auch eine Übergabe gemacht werden, die Verbindung bleibt also bestehen“, sagt er. Insgesamt schweiße die Corona-Zeit den Verein eher zusammen, meint er. „Es herrscht Harmonie. Es hat sich in letzter Zeit auch vieles verbessert, zum Beispiel die Zusammenarbeit mit dem Bezirksrathaus und mit Birkach aktiv.“

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