Playmate Mia Gray im asiatischen Lokal GinYuu im Milaneo Foto: Oliver Kobs

Den Film „Fifty Shades of Grey“ will Mia Gray, ein beliebtes Fotomotiv auf jedem roten Teppich, daheim nachspielen. Eine Begegnung mit dem Model abseits des hellen Scheins.

Stuttgart - „Hallo Honeybunny!“ Dies waren die Worte, die „Playboy“-Urvater Hugh Hefner sprach, als er eine der erfolgreichsten Playmates aus Germany in seinem Barbie-Traumhaus in Los Angeles empfing. Wenn Mia Gray, die es in 17 Ländern aufs Cover des Herrenmagazins geschafft hat, von ihrem Besuch in der Villa des legendären Verlegers erzählt, blitzen perlweiße Zähne aus ihrem lächelnden Mund. Doch das in Esslingen lebende Bunny ist nicht immer honey, nicht nur zuckersüß. Mia weiß genau, was sie will. Mal punktet sie mit Schönheit, mal mit Cleverness.

Längst will die Tochter einer Asiatin und eines Deutschen nicht nur als hoppelndes Häschen wahrgenommen werden. Sie war das Gesicht einer Zoohandlung, tritt als Sängerin und Moderatorin auf, modelt vielseitig, ob für Fitnessgeräte oder Wäsche, und engagiert sich mit nackter Haut gegen Pelze. Wir haben uns im Milaneo im GinYuu getroffen, in dem vor den Gästen asiatisch gekocht wird. Der Name des Lifestyle-Lokals, das vom Vapiano-Gründer Kent Hahne in Bonn betrieben wird und in weiteren Großstädten eröffnen soll, ist von dem thailändischen Sprichwort „Gin ngai, gin yuu“ abgeleitet (einfach essen, leichter leben).

Ist das Leben überhaupt leicht, wenn man immer makellos sein muss? Von der Haar- bis zur Schuhspitze sieht Mia Gray auch an diesem Abend perfekt aus. Sie selbst sieht das anders. „Ach“, widerspricht mir die 29-Jährige, „ich bin gar nicht perfekt.“ Da seien die Sommersprossen, und sie habe gerade zu viel Gewicht. Das Schönheitsgeschäft ist brutal. Mit 1,66 Meter ist sie zwar etwas größer, als es Marilyn Monroe war, doch im Model-Zirkus werden die Nasen immer höher getragen. Bei einer anderen Größe hat Mia nachgeholfen, worüber sie offen spricht. Asiatische Gene würden für kleine Brüste sorgen. Aber es gibt Chirurgen.

Sollte RTL bei ihr anrufen und fragen, ob sie ins Dschungelcamp will – sie müsste nicht lang überlegen. Sie ist dabei! Wär’ eine gute Gelegenheit, ihre Grenzen auszuloten. Wer ihr Favorit in der aktuellen Staffel ist, kann Mia nicht sagen. „Fast alle sind langweilig“, klagt sie, „und Walter Freiwald ist nur bescheuert.“

Spannender findet sie „Shades of Grey“. Den erotischen Bestseller, der an ihren Namen erinnert, hat sie in fünf Nächten verschlungen und freut sich nun auf die Kinopremiere. Mit ihrem neuen Freund, dem Pop-Sänger Oliver Kobs („Abgehn“), der von Berlin zu ihr nach Esslingen gezogen ist, will sie den Film „daheim nachspielen“, wie sie verrät: „Augenbinde und Peitsche haben wir uns besorgt.“ Sie spricht nicht groß drum herum. Blümchen-Sex sei nicht ihr Ding. Na klar, eine neue Liebe bedeute „mehr Sex“. Es gehe aber darum, auch in einer langen Beziehung immer wieder Neues auszuprobieren und nicht nur Gewohnheiten zu wiederholen, bis sie einschlafen.

Es gibt noch ein anderes Thema, das ihr Leben bestimmt. Das ist ihr Kampf für den Schutz von Tieren. Den Trend zu Echtpelzkragen findet Mia entsetzlich. „In China wird Hunden das Fell am lebenden Körper abgezogen“, sagt die 29-Jährige . Die Aufzucht der Tiere ist dort so billig, dass selbst preiswerte Jacken mit echtem Pelzbesatz hergestellt werden. Verkauft werden sie oft als Kunstpelz, um Tierschützer nicht zu verärgern. „Viele Kunden können Imitate und Pelze gar nicht unterscheiden“, hat Mia festgestellt. Bei Männern soll es ja auch welche geben, die nicht wissen, welche Brüste echt sind.

Wer jedoch glaubt, dass Frauen, die an wichtiger Stelle Silikon tragen, dafür weniger Hirn haben, könnte irren. Honeybunny aus dem Schwabenland beweist, dass man da wie dort was haben kann.

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