Der grün bewachsene Lärmschutzwall muss für den Schulneubau in Zazenhausen größtenteils abgetragen werden. Foto: /Bernd Zeyer

Im Bezirksbeirat Zuffenhausen wurden die Pläne für ein neues Gebäude für die Grundschule Zazenhausen vorgestellt. Die frei werdenden Räume an der Landsknechtstraße 3 soll unter anderem die Freiwillige Feuerwehr bekommen.

Zuffenhausen - Die Grundschule Zazenhausen braucht dringend mehr Platz – nicht zuletzt deshalb, weil dort auf Ganztagesbetrieb umgestellt werden soll. Direkt am Standort kann sie baulich nicht erweitert werden. Nach einer schwierigen Suche gibt es inzwischen allerdings eine Lösung: Auf dem westlich angrenzenden Grundstück „Kleinfeldle“ (dort befindet sich momentan ein künstlich aufgeschichteter Lärmschutzwall) wird ein Neubau entstehen. Dieser wiederum soll ermöglichen, dass die Schule aus ihrem bisherigen Domizil im „Bezirkshaus“ an der Landsknechtstraße 3 ausziehen kann und so die Feuerwehr dort mehr Platz bekommt. In der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats wurden die entsprechenden Pläne vorgestellt.

Die Gesamtkosten betragen gut 18 Millionen Euro

Vertreter aus Schulverwaltungsamt und Hochbauamt erläuterten, dass für das Projekt nach aktuellem Sachstand 18,14 Millionen Euro veranschlagt werden. Von dem Vorhaben soll nicht nur die Schule profitieren: Die geplante „öffentliche Spange“, ein lang gezogener Komplex, der nördlich zur Bahnlinie verläuft und der aus Schule, Kinder- und Teenietreff, Gemeinbedarfsräumen, einem neu gestalteten Straßenraum sowie der Feuerwehr besteht, könnte vielen verschiedenen Nutzergruppen zu Gute kommen.

Errichtet worden ist das Hauptgebäude an der Landsknechtstraße 3 im Jahr 1993. Neben der Grundschule sind dort die Freiwillige Feuerwehr, ein Mehrzweckraum sowie ein Vereinsraum zu finden. Aufgrund der mit der Aufsiedlung des Gebiets Hohlgrabenäcker einhergehenden steigenden Schülerzahl bekam die Schule im Jahr 2009 einen Erweiterungsbau („Rotbau“), außerdem wurden auf dem gegenüber liegenden Grundstück eine Turnhalle und eine Kindertagesstätte errichtet. Da die Schülerzahl immer weiter zunahm, mussten schließlich im Jahr 2017 zwei mobile Unterrichtsräume auf dem Hof aufgestellt werden. Momentan hat die Grundschule rund 990 Quadratmeter Programmfläche, sie bräuchte aber ungefähr doppelt so viel.

Für den zweieinhalbgeschossigen Neubau sind 1550 Quadratmeter vorgesehen. Er soll westlich der Schule auf einem Grundstück gebaut werden, das an den TV Zazenhausen grenzt. Dort befindet sich momentan noch ein bis zu sechs Meter hoher, künstlich aufgeschütteter Lärmschutzwall, der größtenteils abgetragen werden muss. Die Lärmschutzfunktion wird künftig das neue Gebäude übernehmen. Um das Vorhaben in die Tat umzusetzen, muss ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden.

Der Neubau wird frühestens 2028 fertig

Die Grundschule soll komplett aus dem Hauptgebäude ausziehen, wird den Erweiterungsbau aber künftig weiterhin nutzen. Der Neubau könnte nach dem heutigen Stand der Planungen frühestens im zweiten Quartal 2028 fertig werden. Dann erst wäre auch der Ganztagesbetrieb an der Schule möglich (der Gemeinderat hatte dem Ganztagesbetrieb bereits im Jahr 2016 zugestimmt). Auch die Freiwillige Feuerwehr müsste bis mindestens 2028 auf eine Erweiterung warten. Deren Kommandant Udo Lorenz berichtete den Beiräten, dass es schon jetzt große Einschränkungen beim Dienstbetrieb gebe, da es an allen Ecken und Enden an Platz mangle. So würden beispielsweise geschlechtergetrennte Umkleideräume fehlen, die Feuerwehrleute müssten ohne Sicht- und Berührungsschutz direkt neben den Fahrzeugen die Kleidung wechseln.

Auch aus Reihen der Bezirksbeiräte gab es Kritik am Zeitplan. Hans-Georg Kerler von der SPD merkte an, dass sich die Verwaltung vor dem Hintergrund der Hohlgrabenäcker-Aufsiedlung viel früher hätte Gedanken über eine Schulerweiterung machen sollen. Dem schloss sich CDU-Vertreter Hartmut Brauswetter an und meinte, die Schülerzahlen kenne man sicherlich doch schon seit einiger Zeit. Was allerdings die konkreten Planungen angeht, zeigten sich die Bezirksbeiräte voll und ganz zufrieden und erteilten dem Grundsatz- und Vorprojektbeschluss einstimmig ihr Plazet.