Für die Stadt gilt er als „Problemkind“, jetzt sollen auf dem Ludwigsburger Solitudeplatz heiße Cocktails für Stimmung sorgen. Dabei hatte der Initiator eigentlich einen anderen Plan.
Eine Sache ist Frederik Felkner wichtig: „Es ist ein Winterdorf, kein Weihnachtsdorf“, sagt der Gastronom über sein Projekt auf dem Ludwigsburger Solitudeplatz. Besagtes Winterdorf startet an diesem Dienstag. Bis zum 6. Januar schenkt Felkner dann täglich ab 14 Uhr Glühwein, Punsch und Hot Cocktails aus.
Schon seit dem Wochenende sind auf dem Solitudeplatz weiße Kuppeln mit Sitzgruppen darin aufgestellt. „Iglus“, wie Felkner sie nennt. Abends werden sie beheizt und beleuchtet. Dazu steht bei der Musikhalle mit Blick auf den Platz eine Hütte, in der Felkner neben Getränken auch Poffertjes, niederländische Pfannkuchen, anbietet.
Keine Konkurrenz zum Christmarkt
Wenn alles gut geht, würde Frederik Felkner das Winterdorf sogar bis Ende Februar geöffnet halten. Insofern sieht er auch keine Konkurrenzsituation zum Weihnachtsmarkt, der ebenfalls am Dienstag beginnt. „Mein Fokus liegt auf den heißen Cocktails, die gibt es auf dem Markt wenn überhaupt nur vereinzelt“, sagt er. Zudem haben in seinen Iglus jeweils maximal fünf Leute Platz.
Ursprünglich habe er bereits im vergangenen Jahr ein Gastro-Konzept für den Winter ausprobieren wollen, nun hat es geklappt. Anders als geplant, denn Felkner wollte sein Winterdorf eigentlich auf der Bärenwiese errichten – die gehört aber dem Land Baden-Württemberg. Als Alternative bot die Verwaltung ihm den Solitudeplatz an. Die Stadt sieht das Projekt als Testlauf. „Wir möchten ausprobieren, wie der Platz über die Weihnachtszeit hinaus lebendig genutzt werden kann“, wird Oberbürgermeister Matthias Knecht in einer Pressemitteilung zitiert.
Zuletzt hatte der Solitudeplatz vor allem negative Schlagzeilen gemacht. Anwohner hatten sich über Drogendeals, Pöbeleien und Vandalismus beschwert, daraufhin erhöhte die Stadt die Polizeipräsenz vor Ort. Mit solchen Begebenheiten kennt Frederik Felkner sich aus. Er hat schon in der „Thilda“ gearbeitet, einer Containerbar, die 2022 eröffnet wurde, um die Lage auf dem Akademiehof zu beruhigen.
„Toter Platz“ soll belebt werden
„Die Situation war ähnlich: Ein toter Platz, der belebt werden musste“, sagt Felkner. Der Akademiehof im Sommer sei ein Paradies für Familien geworden, findet er. „An toten Plätze kommt vieles zusammen. Wenn man sie belebt, dann entsteht dort ein Miteinander von allen Seiten und man muss auch keine Stadtbild-Debatte führen.“