Der Park um die Villa Berg soll zu einem Schmuckstück werden. Foto: 7aktuell./Dyhringer

Bei der Abstimmung im Gemeinderat votieren auch die Grünen nicht für die Überlegungen des OB. Der Park um die Villa soll schrittweise saniert und wieder hergestellt werden. Das allerdings ist ein finanzieller Kraftakt.

Stuttgart - Die Überlegung von OB Fritz Kuhn (Grüne), alternativ zu einem Gelände gegenüber dem Linden-Museum im Westen auch den Park der Villa Berg im Osten als Standort für ein neues Konzerthaus zu prüfen, finden im Gemeinderat keine Mehrheit. Am Dienstag hat sich keine Fraktion dafür ausgesprochen.

SPD-Chef Martin Körner hatte bei der Debatte über die Sanierungsschritte für den die Villa umgebenden Park die Frage nach dem Neubau gestellt. Er könnte laut Kuhn an Stelle der früheren SWR-Sendestudios Platz finden. Sie werden mit einem Aufwand von 5,5 Millionen Euro abgebrochen. Für Körner sind die Neubaupläne ein Unding, schließlich habe man versprochen, den Park zu vergrößern. Grünen-Chef Andreas Winter versuchte vergeblich, die Abstimmung zu verschieben. Die SPD fand bei SÖS/Linke-plus, Freien Wählern und FDP Unterstützung, Körners Antrag ging mit sieben Stimmen bei zehn Enthaltungen und ohne Gegenstimme durch. Damit verengt sich die Standortsuche für die nötige Konzerthalle, die bis 2025 entstehen soll.

Villa und Park werden zum Kraftakt

Die Wiederherstellung des früheren königlichen Gartens um die Villa wird, genauso wie die Sanierung des alten Gemäuers, ein finanzieller Kraftakt. Der Umbau der Villa, die zu einem Haus für Musik und Veranstaltungen werden soll und für die ein Anbau geplant ist, wird zwischen 25 und 38 Millionen Euro kosten. Für die Parkpläne erhielten die Stadträte im Technikausschuss erst am Abend vor der Sitzung Unterlagen zur Kenntnis. Hartmut Teske aus Berlin skizzierte in der Sitzung am Dienstag die Historie des für das Kronprinzenpaar Karl und Olga als Sommerresidenz gebauten Landsitzes.

Teske und die Fachverwaltung schlagen vor, den unter Denkmalschutz stehenden, rund 20 Hektar großen Park, in zehn Abschnitten zu sanieren, Strukturen teils wieder herzustellen, zu ergänzen, und die Eingänge neu zu gestalten. Kostenpunkt insgesamt nach bisher überschlägiger Rechnung: rund 30,3 Millionen Euro.

Ab 2020 soll gebaut werden

Bereits von 2020 an sollen die ersten Parkflächen gestaltet werden, dafür bräuchte es 12,9 Millionen Euro im nächsten Doppelhaushalt. Dann könnte über der Fläche der ehemaligen SWR-Filmstudios Gras wachsen (4,5 Millionen), es sollen die Außenanlagen direkt um die Villa gestaltet und für 6,1 Millionen die Wasserspiele über der Tiefgarage aus den 60er-Jahren wieder in Funktion gesetzt werden.

Teuerste Einzelmaßnahme wäre als Schritt vier die Wiederherstellung der historischen Strukturen mit Halbmondsee, Pergolen, Treppenanlagen und Schmuckbeeten im Westgarten für 5,6 Millionen Euro. Die anschließende Obstwiese, Schritt fünf, soll nur 770 000 Euro kosten.

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