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Ist er Maler? Fotokünstler? Oder doch Bildhauer? Seit den späten 1970er Jahren lässt der Stuttgarter Platino Kunst und Leben eins werden. Nun stellt die Galerie Schlichtenmaier in Stuttgart den Hans-Thoma-Preisträger vor – eine eindringliche Präsentation, findet StN-Autor Nikolai B. Forstbauer.

Stuttgart - „Kaum einer“, schrieb unser Kritiker Rainer Vogt über das Werk des Stuttgarters Platino, „hat die singulären Eigenschaften der Farbe Rot so gründlich gelebt und erlitten wie Platino im ‚Red Space I‘.“

Die Galerie als Platino-Panorama

Kann die weitere Konsequenz dieses jüngst mit dem Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg geehrten Künstlerlebens in einer Galerieausstellung sichtbar werden? Die Galerie Schlichtenmaier liefert aktuell am Standort Stuttgart (Kleiner Schlossplatz 11) die klare ­Bestätigung. Klug ist die Ladengalerie in ein Platino-Ganzes verwandelt, das doch jedes Werk als einzeln gültig erlebbar macht.

Leben und Kunst untrennbar

1948 in Öhringen geboren, studiert Platino ­Philosophie in Tübingen, dann Malerei und Bildhauerei an der Stuttgarter Akademie. Konzeptuelle Formen der Kunst werden seinerzeit dominant. Mit dem „Red Space I“ verwandelt Platino Räume in der Olga­straße in eine Lebenswerkstatt der Kunst. Achim ­Kubinski wird aufmerksam, Max Hetzler, 1979 Mitinitiator der von Galerien organisierten Gegenwartskunst-Schau „Europa 79“, zeigt 1981 eine erste Ausstellung. 1989 sagt Platino: „Ich habe meinen zentrischen Standpunkt verlassen.“ Fünf Jahre arbeitet er da schon, nun in der Landhausstraße, an einem (von dem Sammler Rolf Mayer mitermöglichten) „Red Space II“ – und längst ist ausgemacht, dass seine Überformung des Vorhandenen Kernfragen der Malerei berührt.

Staatsgalerie-Weihen

„Nahdistanzen“ heißt 2000 ein Projekt Gudrun Inbodens in der Staatsgalerie Stuttgart, in dem Platino mit zu eigenwertigen Ausschnitten („Externs“) gewordenen „Red Space“-Einblicken den musealen Ausstellungsraum ­befragt. Diese „Externs“ versammeln sich bei Schlichtenmaier zu einem höchst intensiven Dialog, werden Teil eines Kunsthallen-tauglichen Parcours. Eine famose Schau über einen und mit einem, der noch immer lustvoll auszieht, auf engem Raum die Weite zu suchen.

Platino in der Galerie Schlichtenmaier in Stuttgart (Kleiner Schlossplatz 11, bis zum 14. Oktober, Di–Fr 11–19, Sa 11–16 Uhr). www.schlichtenmaier.de

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