Das GSG ist in die Jahre gekommen, eine Sanierung unumgänglich. Nun liegt der Siegerentwurf vor, wie das umgebaute Gymnasium später aussehen soll. Foto: Caroline Holowiecki

Schon lang steht fest, dass das 45 Jahre alte Geschwister-Scholl-Gymnasium in Sillenbuch im Bestand saniert und um einen Neubau erweitert werden soll. Nun gibt es einen Siegerentwurf.

Sillenbuch - 80 Bewerbungen aus ganz Europa gingen ein, 25 Architekturbüros wurden zum Wettbewerb eingeladen, 21 Einsendungen kamen – und nun hat das Preisgericht einen Siegerentwurf gekürt. Damit steht fest, wie das neue Geschwister-Scholl-Gymnasium in Sillenbuch nach seinem Umbau aussehen soll.

Bereits vor mehr als zweieinhalb Jahren hat der Gemeinderat beschlossen, dass die Schule an Ort und Stelle erweitert werden soll. Das Gebäude von 1976 ist stark in die Jahre gekommen und mittlerweile auch deutlich zu klein. Langfristig soll der Unterricht dort fünfzügig laufen. Die Schulbürgermeisterin Isabel Fezer sprach bei der Präsentation des Siegerentwurfs von einem „erheblichen Sanierungs- und Investitionsbedarf“.

Ein Teil der Gebäude bleibt bestehen

Die Aufgabe an die Architekten war gewesen, unter Einbeziehung des zweigeschossigen Bestandsbaus ein modernes Schulhaus mit rund 6200 Quadratmetern Programmfläche zu kreieren. Der Siegerentwurf, den federführend das Sillenbucher Büro Schürmann+Schürmann – die Kinder des Ehepaares Jutta und Peter Schürmann haben einst das GSG besucht – erarbeitet hat, sieht vor, dass südlich des Bestandsgebäudes, also zur Sporthalle hin, ein vierstöckiger Neubau in einer Holzhybrid-Bauweise entsteht.

Der Teil, wo man jetzt das Gymnasium betritt und nach rechts hin das Sekretariat erreicht, wird später als Verbindungselement zwischen Alt- und Neubau fungieren. Er wird umgestaltet und um ein drittes Stockwerk erhöht. Der Teil links vom Eingang, wo die Mensa und die Aula sind, bleibt bestehen. Er soll bis auf seine Betonhülle entkernt und dann neu gestaltet werden. Der Mammutbaum – momentan ist er in einem kleinen Innenhof von Gebäudeteilen umschlossen – bleibt erhalten und wird sogar etwas herausgearbeitet und befreit.

Bewerkstelligt werden soll das alles in Phasen: Erst kommt der Neubau, und wenn der steht, zieht die Schulgemeinschaft rüber, damit im Bestand geschafft werden kann. Isabel Fezer sprach von einer „Operation an der lebenden Schule“. Dennoch versprach der Hochbauamtsleiter Peter Holzer, dass der Unterricht wenig gestört werden soll. „Der Vorschlag ermöglicht den Schulbetrieb sehr gut“, sagte er über den Entwurf. Interimsbauten würden nur in geringem Maß gebraucht, die Sporthalle bleibe vom Neubau unberührt.

Auch das pädagogische Konzept wird überarbeitet

Nicht nur äußerlich wird sich das GSG verändern. Der Rektor Andreas Hamm-Reinöhl sprach von einer Schule ohne Türen, in der in sogenannten Jahrgangsclustern gearbeitet wird. Das pädagogische Konzept sieht offene, flexible Räume und vielfältig nutzbare Begegnungs- und Besprechungsflächen vor. So soll etwa eine gemeinsame Mitte mit angegliederten Musikräumen entstehen, als Platz, wo sich Kreativität frei entfalten kann. „Wir würden gern morgen schon einziehen“, sagte er.

So schnell wird das allerdings nicht gehen. Aktuell läuft parallel ein Bebauungsplanverfahren. Der Baubeginn könnte 2025 sein. Die Kemnater Straße, die unmittelbar am Gelände vorbeiführt, soll während der Bauphase nicht tangiert werden. Mit kalkulierten Kosten von plus, minus 80 Millionen Euro ist die GSG-Sanierung eines der größten Schulbauprojekte in der Stadt.

Info Alle 21 Entwürfe werden im Internet unter www.stuttgart.de in der Rubrik „Leben“ und dann „Bauen“ gezeigt und können vom 23. November bis 13. Dezember im Stuttgarter Rathaus besichtigt werden.