Die Landesgartenschau in Schwäbisch-Gmünd von April bis Oktober 2014 war ein großer Erfolg. Rund zwei Millionen Besucher wurden dabei gezählt. Foto: dpa

Kleiner Antrag, große Wirkung: die Freien Demokraten haben vorgeschlagen, die Chancen Ludwigsburgs auf die Ausrichtung einer Landesgartenschau zu prüfen – auch wenn die Schau vielleicht erst 2040 kommt.

Ludwigsburg - Kleiner Antrag, große Wirkung: die Freien Demokraten haben im Gemeinderat vorgeschlagen, die Chancen Ludwigsburgs auf die Ausrichtung einer Landesgartenschau zu prüfen – und damit eine leidenschaftliche Debatte ausgelöst. Während die Stadtverwaltung eher zögerlich auf den Vorstoß von FDP-Stadtrat Johann Heer reagierte, stimmten die meisten Stadträte dafür, 2017 in die Planung einzusteigen. Auch wenn die Schau vielleicht erst 2040 kommt.

Gartenschau soll Verkehrsprobleme lösen

Diese Anregung ergänze ganz vortrefflich die Visionen, die er neulich in seiner Haushaltsrede ausgemalt habe, sagte Reinhardt Weiss (FW). Gekoppelt an eine solche Bewerbung könne die Stadt vielleicht endlich das Geld für eine Untertunnelung der Stuttgarter Straßeaufbringen und ein nach Ansicht der Freien Wähler notwendiges Parkhaus an der Bärenwiese bauen. Weiss schlug vor, Ludwigsburg solle doch statt einer Landes- gleich eine Bundesgartenschau ins Auge fassen.

Auch der CDU-Stadtrat Klaus Herrmann konnte sich für den Vorschlag der Liberalen erwärmen. Eine Bundesgartenschau halte er zwar für „eine Nummer zu groß“, aber auf Landesebene sei das sehr vielversprechend. „Eine Gartenschauist ein emotionales Ereignis und kein planerischer Prozess“, belehrte er den zögerlichen Oberbürgermeister. Auch wenn über Dinge diskutiert werde, die frühestens dann realisiert würden „wenn weder Sie, Herr Spec, noch ich hier noch etwas zu sagen haben“: Die Stadt müsse ihre Bewerbung noch 2017 auf die Gleise bringen. Herrmann verwies auf Städte wie Sindelfingen, Bietigheim-Bissingen, Öhringen oder Nagold: „Für die hatte die Landesgartenschau einen großen Effekt.“

Elfriede Steinwand (Grüne) widersprach: In Schwäbisch-Gmünd sei die Rechnung offenbar nicht aufgegangen. „Die Stadt hat kein Geld mehr, die hoffen jetzt darauf, dass sich bei ihnen Gewerbe ansiedelt.“ Ausgerechnet die Grünen machten die Idee von einer Gartenschau madig, kritisierte Herrmann. Ihrer Fraktion missfalle, dass die Verwaltung und einige Ratsfraktionen im Zusammenhang mit der Ausrichtung einer Gartenschau im Grunde nur nach dem Fördergeld für den Straßenbau schielten, sagte Steinwand. „Selbst wenn wir damit einen Tunnel unter der B 27 bekommen würden, hätten wir das Verkehrsproblem in Eglosheim nicht gelöst. Das ist doch alles nur Kosmetik.“

Angst vor einer Blamage

Zunächst war empfohlen worden, 50 000 Euro für die Entwicklung eines Gartenschaukonzepts zu reservieren. Das sei viel zu wenig, meinte der OB. „Wir wollen uns ja nicht blamieren. Wenn wir uns schon bewerben, dann nicht so halblebig.“ Er halte 250 000 Euro für angemessen, sagte der Baubürgermeister Michael Ilk, der als Dezernent in Bamberg schon einmal einen solchen Prozess begleitet hat. „Eine Viertelmillion ist überzogen“, sagte Herrmann. Am Ende blieb die Summe offen.

Zurzeit denken im Kreis Ludwigsburg auch die Städte Marbach und Benningen über eine Gartenschaubewerbung nach. Bis zum Jahr 2025 sind schon alle Termine vergeben.Deshalb wird über die Kandidaten für die Zeit von 2026 an debattiert. Wer zum Zug kommen will, muss 2017 ein überzeugendes Konzept vorlegen.

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