Treffen im großen Freundeskreis sind aktuell nicht erlaubt – also fällt auch das gemeinsame Pizzabestellen weg. Foto: imago images/Petra Schneider

Alle sind wegen Corona zuhause und bestellen Essen, statt auszugehen – oder etwa doch nicht? Wir haben bei drei Pizza-Lieferdiensten auf den Fildern nachgefragt, wie die Geschäfte laufen.

Filder - Während der Coronapandemie sind alle angehalten, zuhause zu bleiben, die Kontakte zu minimieren. Wie ist dabei die Lage der Pizza-Lieferdienste? Bestellen die Leute mehr Essen beim Lieferdienst als vor der Pandemie?

Die Stammkunden bestellen deutlich weniger

Nein, im Gegenteil, sagt Sandib Singh, der Inhaber von Pronto Pizza Express in Bernhausen. Etwa 60 Prozent weniger Geschäft mache er derzeit, schätzt er. „Die Leute kochen mehr selbst und bestellen weniger.“ Stammkunden, die früher zweimal pro Woche bestellt hätten, riefen jetzt einmal alle zwei Wochen an. Gerade mittags sei wenig los, oft habe man bis 11 Uhr noch keine einzige Bestellung gehabt. Wegen der Corona-Restriktionen feierten die Leute keine Partys, könnten keine Freunde zu sich einladen, säßen nicht im Büro beim bestellten Mittagessen zusammen: All diese Lieferungen fehlten ihm jetzt, so Sandib Singh.

In Kurzarbeit sei keiner der Mitarbeiter – „das liegt aber daran, dass wir hier im Familienbetrieb arbeiten“, erklärt Singh. Auch im Einkauf seien die Zutaten teurer geworden, besonders das Gemüse. „Die Vorbereitung ist auch erschwert“, sagt der Inhaber, „denn wir können schlecht planen, wissen nie, wie viele Bestellungen wir haben werden.“ Es sei unberechenbar, und dabei müsse er auch vieles wegwerfen, das dann ungenutzt schlecht geworden sei.

Man behelfe sich mit verkürzten Öffnungszeiten

Ähnliches beschreibt Sureeta Barpagga, der Inhaber von Star Pizza in Vaihingen. „Wir haben viel, viel weniger Bestellungen, es läuft sehr schlecht“, sagt er. „Es ist eine schwere Zeit für uns. Aber es muss irgendwie gehen.“ Auch Star Pizza sei ein Familienbetrieb, in dem die Familienmitglieder arbeiten. „Besonders bei den Partypizzen merken wir es“, sagt Barpagga, es seien eben derzeit keine großen Treffen im Freundeskreis erlaubt. Einzige Konsequenz, die er bisher gezogen hat: die Öffnungszeiten sind oft verkürzt. „Wenn bis 19.30 Uhr keine Bestellung gekommen ist, machen wir um 20 Uhr zu“, sagt er. Alles andere lohne sich nicht. Er hoffe, dass die Pandemie bald vorbei sei, und die Leute wieder mehr bestellten. „Aber da müssen wir eben alle durch“, sagt Barpagga.

Es gebe viel Konkurrenz, sagt der Inhaber

Auch Mouhanad Alassaf sagt, dass die Geschäfte seit Beginn der Coronapandemie schlechter laufen. Er betreibt das L’Angolino, ein italienisches Restaurant mit Lieferdienst in Degerloch. Das Restaurant ist aktuell zu, der Lieferdienst hat zwar offen – aber viele Kunden hat er nicht. „Es gibt auch viel Konkurrenz“, gibt er zu und meint damit die anderen Restaurants, die auf Lieferservice umgestiegen sind, solange sie nicht öffnen können. Und die Bestellungen, wenn sie denn kommen, seien eher klein. „Keine Partypizzen mehr“, berichtet auch er. Früher habe man bis 2 Uhr nachts offen gehabt, das lohne sich nun nicht mehr. „Jetzt machen wir um 21 oder 22 Uhr zu – danach kommt nichts mehr.“ Alassaf sagt: „Wir können nur hoffen, dass es bald wieder besser wird.“

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