In dieser nachgebauten Kulisse von Pink Floyds The-Wall-Tour 1980-81 sind original Kostüme, Requisiten, Masken, aufblasbare Figuren und Bühnenbilder zu sehen. Die Tour gastierte auch acht Nächte lang in Dortmund. Foto: Rupert Truman

Nach Stationen in London und Rom ist die Pink-Floyd-Ausstellung „Their Mortal Remains“ in Dortmund zu sehen. Fans bekommen viel zu sehen und zu hören. Und hie und da – nicht jeder Museumsbesuch bietet das – auch etwas zum Anfassen.

Dortmund - „The Wall“ von Pink Floyd hat Rekorde aufgestellt. Das Doppelalbum mit dem unverkennbaren Mauer-Cover ist das meistverkaufte Doppelalbum der Welt, bis heute ungeschlagen. In die Schublade mit der Aufschrift „Superlative“ passt auch die multimediale Erlebnisausstellung, die am 15. September 2018 im Dortmunder „U“ ihre Türen öffnet: „The Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains“.

Unter dem Dach der Brauerei

Zu sehen und zu hören sind 50 Jahre Musikgeschichte auf 1.000 Quadratmetern, chronologisch aufgezogen von den Anfängen der britischen Kultband in den 1960er Jahren bis heute. Mehr als 350 Exponate warten auf die Besucher, darunter viele bisher noch nie gezeigte, abgestimmt mit einer Audiotechnologie, die den Sound von Pink Floyd erlebbar macht – natürlich auch den Erfolgssong „Wish You Were Here“. Wer dabei sein möchte: die Ausstellung läuft noch bis 10. Februar 2019.

Wer das „U“ besucht, ist entweder bereits ein Fan der unangepassten Rebellen mit ihrem progressiven Stilmix aus Rock, Jazz, Blues und Klassik – oder er soll hier zum Fan gemacht werden. „Das Dortmunder U wird fünf Monate lang Pink Floyd und deren unverwechselbaren Karriere eine Heimat bieten, zurückblicken auf überwältigende Bühnenauftritte und legendäre Albumcover. Hinter dieser Band, die musikalische wie visuelle Revolution verkörpert, steckt auch nach Jahrzehnten ihres kreativen Schaffens noch immer sehr viel Geheimnisvolles - auch davon wird unsere Erlebnisausstellung erzählen“, sagt Edwin Jacobs, Direktor des Dortmunder U, eines 2010 eingeweihten Kulturzentrums unter dem Dach der ehemaligen Union-Brauerei.

Mit dabei auf Tour

Musik und Interviews mit den Bandmitgliedern werden über den Audioguide-Kopfhörer automatisch eingespielt, eine ruhmreiche Laufbahn wird über die eigenen Augen und Ohren lebendig – London 1967 etwa. Hinter der Glasvitrine ein alter Röhrenfernseher der Marke Ferguson. Daneben ein Foto David Gilmours, ganze 19 Jahre jung, Griffe auf seiner Gitarre übend, während ein Dansette Major Plattenspieler davon zeugt, wie damals Musik zu den Fans kam. Der Besucher wird mitgenommen zu „The Piper at the Gates of Dawn“, dem Debütalbum der Band im gleichen Jahr. Wenige Meter weiter, ein Jahr später: „A Saucerful of Secrets“, dann 1969 „Ummagumma“ und 1970 „Atom Heart Mother“.

Der Ausstellungsbesucher geht mit auf große Nordamerika-Tour. Ist dabei, wenn die Jungs in Pausen zum Relaxen Backstage Backgammon spielen. 1971 „Meddle“, dann „Live at Pompeji“ und „The Dark Side of the Moon“. Kein Album, keine Tour wird ausgelassen, viele neue Eindrücke kommen hinzu: durch bisher unveröffentlichte Konzertaufnahmen, Original-Instrumente, handschriftliche Notizen und viele höchst persönliche Erinnerungstücke der Mitglieder der britischen Kultband.

Selbst am Mischpult stehen

Wie ein Pink-Floyd-Song zu seinem Sound kommt? Das kann der Besucher ausprobieren: Zwei professionelle Mischpulte bereit, jedermann kann Hand anlegen - bei Drums, Sax, Bass, Key Boards und Lead Vocals. Welcher hohe organisatorische Aufwand hinter der Arbeit der Band steckt, dafür ist „The Division Bell Tour“ 1994 ein beeindruckender Beleg. Innerhalb von sieben Monaten spielten Pink Floyd in Europa und Nord- wie Mittelamerika vor 5,5 Millionen Fans 110 Konzerte „am Stück“. Einige Rahmendaten dazu werden in Dortmund weiß auf schwarz sichtbar: 53 Sattelschlepper, 18 Produktionstrucks, acht Tourbusse, zwei Boeing-747-Frachtflugzeuge und ein Antonov-Militärflieger - für Crew, Material und 700 Tonnen Stahl. Inklusive 32 exklusive Songs im Handgepäck.

Den Schlussteil der Ausstellung bildet eine immersive Performance Zone: blaues Licht, sanfter Nebel, mitreißender Klang. Der Song „Comfortably Numb“ wurde in innovativer AMBEO 3D-Audiotechnologie aus 17 Kanälen neu abgemischt. 25 Lautsprecher sollen den Besuchern eine außergewöhnliche 3D-Akustikerfahrung bieten. Vorne auf der rund 20 Quadratmeter großen Leinwand sind dazu David Gilmour, Nick Mason, Richard Wright und Roger Waters beim weltumspannenden Live-8-Konzert 2005 zu sehen – ihr letzter gemeinsamer Auftritt.

Infos zur Ausstellung

„The Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains“ ist noch bis 10. Februar 2019 im Dortmunder „U“ zu sehen, täglich von 10-18 Uhr. Der Eintritt kostet 29,76 Euro. Schüler und Studierende bis 27 Jahre, Schwerbehinderte und Behindertenbegleitpersonen zahlen 23,16 Euro. Für Besucher der Pink Floyd Ausstellung ist auch der Besuch in allen anderen städtischen Museen der Stadt Dortmund kostenfrei. Darüber hinaus erhalten sie 20% Rabatt im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund und 50% Rabatt im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern. Am Besuchstag gibt es mit den vorab buchbaren Tickets freie Hin- und Rückfahrt mit VRR-Verkehrsmitteln (2. Klasse) im gesamten VRR-Raum.

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