Kühle Touren sind auch an heißen Tagen möglich – auf schattigen Waldwegen kann man trotz der aktuellen Hitze gut spazieren gehen. So auch im Sauhag bei Denkendorf.
Drückende Hitze, aggressive Sonne: Wer sich trotz der hohen Temperaturen nicht in der Bude verkriechen möchte, kann seinen Kopf auf schattigen Waldwegen in der Region auslüften.
Folgende Tour ist rund sechseinhalb Kilometer lang, überschaubare 150 Höhenmeter sind zu meistern und es winkt eine zünftige Einkehrmöglichkeit als Belohnung auf der Hälfte der Strecke.
Tafel zeigen den Weg
Wir starten auf dem Wanderparkplatz Sulzbachviadukt, er kann über das Denkendorfer Gewerbegebiet Heerweg angefahren werden. Rechts plätschert der namensgebende Sulzbach, oben rauscht der Verkehr über die A8. Wir nehmen den asphaltierten Weg in den „Sauhag“, wie der Wald genannt wird, unter der Brücke hindurch. Er mündet in eine gut begehbare Schotterstrecke und nach etwa 400 Metern teilt sich der Weg in drei Möglichkeiten. Wir halten uns links und folgen der Tafel mit der Jakobsmuschel. Die markante gelbe Muschel auf blauem Grund wird uns einen großen Teil der Strecke begleiten und weist den Weg als Teil des deutschen Streckennetzes der Jakobspilger aus.
Nur geeignete Kinderwagen
Es geht nun leicht bergauf durch einen Mischwald, die Luft ist kühl und duftet würzig. Nach einer Weile mündet der Pfad wieder auf einen geschotterten Weg, wir folgen weiter dem Zeichen der Muschel geradeaus. Nach etwa 400 Meter zweigt links ein verwunschener Pfad ab. Er ist meist relativ gut begehbar, wer allerdings mit Kinderwagen unterwegs ist, sollte über ein geländegängiges Modell verfügen: Knorrige Wurzeln ragen ab und zu aus dem Boden, an anderer Stelle müssen Bohlen überquert werden.
Herrlicher Blick auf den Albtrauf
Der Pfad mündet aber bald wieder auf einen breiten geschotterten Weg, links geht es nach Köngen, wir biegen indes nach rechts ab. Nach wenigen Metern geht es an der Kreuzung links in Richtung Nürtingen und Unterensingen. Neben der Muschel weist nun auch ein Schild den Weg. Es geht weiter immer geradeaus an einem Naturdenkmal vorbei, später leicht bergauf in Richtung Waldrand. Oben angekommen werden wir mit einem traumhaften Blick auf den Albtrauf belohnt – majestätisch thronen links die Burg Teck, rechts der Hohenneuffen in der Ferne. Wir halten uns an der alten Eiche links und nach wenigen Metern wieder rechts. Es geht vorbei an einem gemütlichen Rastplatz der Unterensinger Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins. Zwei Bänke unter den Zweigen einer ausladenden Linde laden zum Verweilen ein.
Weiter geht es geradeaus am Pferdehof vorbei, einige Tiere grasen friedlich in der Abendsonne. An der Straße angekommen, wenden wir uns nach rechts, an weiteren Bauernhöfen vorbei kommt unser Zwischenziel Lindenhof endlich in Sicht. Das Ausflugslokal ist seit 70 Jahren eine Institution in der Region – der Familienbetrieb wird mittlerweile in der vierten Generationen bewirtschaftet.
Nur Barzahlung möglich
Geöffnet ist der Lindenhof Montag bis Donnerstag sowie am Samstag von 13 bis 20 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 19 Uhr. Neben zünftigem Vesper und Hefezopf gibt es kühle Getränke und Eis. Auf der Karte ist selbstredend auch das schwäbische Nationalgetränk Most zu finden. Die Preise sind moderat, allerdings im Lindenhof „Nur Bares Wahres“, wie auf einem Schild zu lesen ist – wer also nur eine Scheckkarte dabei hat, schaut in die Röhre. Für Kinder ist der Lindenhof mit Schaukel, Trampolin und fröhlich gackernden Hühnern im Freigehege ein Paradies, auch für zahlreiche Radler und Spaziergänger aus der Region ist er eine feste Anlaufstation. Viele der erwachsenen Besucher sind bereits als Kinder mit ihren Eltern hierhergekommen.
Vorbei am Wasserturm
Nach der wohlverdienten Stärkung lassen wir den Lindenhof links liegen und gehen wieder zum Waldrand, dort angekommen halten wir uns auf dem Schotterweg rechts. Es geht vorbei am halb zugewachsenen Wasserturm von Unterensingen zurück zu der großen Eiche. Von dort geht es denselben Weg retour zurück zum Parkplatz.
Mittagshitze meiden
Auch wenn dieser Spaziergang eher moderat ist, sollten angesichts der Hitze ein paar Tipps berücksichtigt werden: Gemieden werden sollte die größte Mittagshitze, besser ist es am Morgen oder am späten Nachmittag zu starten und in den lauen Sommerabend zu spazieren. Auch auf genügend zu Trinken, leichte Kleidung sowie Sonnen- und Insektenschutz sollte man nicht verzichten.