Mitarbeiter von Boehringer Ingelheim können sich auf eine Woche bezahlten Sonderurlaub freuen. Foto: Boehringer Ingelheim/Peter Ginter

Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim, der allein am Forschungsstandort Biberach fast 6400 Mitarbeiter hat, schenkt allen Beschäftigten weltweit eine Woche bezahlten Sonderurlaub und belohnt damit deren Einsatz in Corona-Zeiten.

Biberach - Mit einer Woche Sonderurlaub will Boehringer Ingelheim den außergewöhnlichen Einsatz seiner Mitarbeiter unter Pandemiebedingungen würdigen. Alle weltweit 51 000 Mitarbeiter bekommen zum Jahreswechsel eine Woche bezahlten Extraurlaub geschenkt – vom 24. Dezember bis 4. Januar.

Abschalten und Energie tanken

„Die Corona-Pandemie hat massive Auswirkungen aufs Arbeits- und Privatleben gehabt und viel Energie gekostet“, begründete ein Unternehmenssprecher. Man sei sich der Auswirkungen bewusst, die dies auf das Wohlbefinden der Beschäftigen haben könne. „In der freien Woche sollen alle gemeinsam abschalten und Energie tanken, denn das nächste Jahr wird auch herausfordernd“, sagte der Sprecher weiter.

In Biberach an der Riß, wo Boehringer Ingelheim seinen weltweit größten Forschungsstandort hat, kommen rund 6400 Mitarbeiter in den Genuss des Sonderurlaubs.

Egal ob in Forschung und Entwicklung, Produktion, Medizin, Verwaltung oder beispielsweise der Instandhaltung – allen Mitarbeiter würde eine Woche Sonderurlaub geschenkt, so der Sprecher. Um allerdings die Versorgung von Patienten mit Arzneimitteln und andere Dienstleistungen aufrecht zu erhalten, gebe es einzelne Ausnahmen. Will heißen, dass manche Mitarbeiter die geschenkte Urlaubswoche erst Anfang des Jahres nehmen könnten.

Medikamente und Therapien gegen Covid-19

Die Pandemie habe vielen Mitarbeitern viel abverlangt, erklärte der Sprecher. „Die Organisation hat sich sehr strecken müssen“, meinte er mit Blick auf Lieferketten, Sicherheits- und Hygienemaßnahmen oder etwa die Medikamentenentwicklung. Boehringer Ingelheim entwickelt zwar keinen Impfstoff, forscht aber an Medikamenten und Therapien gegen Covid-19.

Als Familienunternehmen achte man auch auf Befindlichkeiten, hieß es weiter. Dazu zähle auch, dass man das Engagement der Mitarbeiter würdige.

Bei seinen Führungskräften genießt das Pharmaunternehmen jedenfalls eine hohe Wertschätzung – nicht zuletzt auch wegen des guten Managements in der Corona-Krise. Diese Woche hat Boehringer Ingelheim vom Führungskräfteverband Chemie VAA den Deutschen Chemie-Preis bekommen. „Unsere Befindlichkeitsumfrage ist für die Vorstände der Chemie- und Pharmaunternehmen ein verlässlicher Stimmungsindikator ihrer Führungskräfte“, sagte VAA-Vorsitzender Rainer Nachtrab bei der Preisverleihung.

Vier Standorte in Deutschland

Boehringer Ingelheim mit Sitz im rheinland-pfälzischen Ingelheim machte 2019 knapp 19 Milliarden Euro Umsatz und hat vier Standorte in Deutschland – neben Ingelheim und Biberach sind dies noch Dortmund und Hannover. Mit fast 16 000 Mitarbeitern sind rund 30 Prozent der weltweiten Belegschaft im Inland beschäftigt.

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