Andreas Weber, Helmut Geiger, Joachim Arp, Sebastian Alban und Sabrina Hansmann (hintere Reihe, von links) freuen sich mit Bewohnern wie Roswitha Fiedler und Alexander Reichert (vordere Reihe) über die Auszeichnung ndreas Weber, Helmut Geiger, Joachim Arp, Sebastian Alban und Sabrina Hansmann (hintere Reihe, von links) freuen sich mit Bewohnern wie Roswitha Fiedler und Alexander Reichert (vordere Reihe) über die Auszeichnung Andreas Weber, Helmut Geiger, Joachim Arp, Sebastian Alban und Sabrina Hansmann (hintere Reihe, von links) freuen sich mit Bewohnern wie Roswitha Fiedler und Alexander Reichert (vordere Reihe) über die Auszeichnung der deutschen MS-Gesellschaft. Foto: Heiss

Für jüngere Menschen mit Multipler Sklerose gibt es zwischen dem Leben Zuhause und in stationärer Pflege keine Zwischenlösung. Das soll sich nun ändern.

S-Süd - Auf jeden frei werdenden Platz gibt es mindestens drei Bewerber. Schon das Angebot an stationärer Betreuung für junge Multiple-Sklerose-Erkrankte im Pflegezentrum ist enorm gefragt. Deshalb will das Zentrum im Heslacher Generationenhaus die bestehenden 40 Plätze bis Ende 2012 um weitere zehn ergänzen.

Doch damit enden die Pläne der Einrichtung nicht. So bald eine geeignete Wohnung in der Nähe des Gebrüder-Schmid-Wegs gefunden ist, sollen dort junge MS-Kranke einziehen – in eine betreute Wohngemeinschaft.

„Im Großraum Stuttgart gibt es kein vergleichbares Angebot“, sagt Andreas Weber, Leiter des Pflegezentrums. Der Bedarf jedoch ist groß, denn viele Menschen mit Multipler Sklerose sind zu selbstständig für die stationäre Betreuung, aber bereits zu stark erkrankt, um ohne Hilfe Zuhause zu leben. „Wir haben deutlich mehr Anfragen zu ambulanter Pflege als zu stationären Angeboten“, berichtet Mechthild Zeh vom Amsel-Landesverband Baden-Württemberg. Amsel steht für die Aktion Multiple Sklerose Erkrankter; der Verband setzt sich für die Bedürfnisse MS-Kranker ein.

Auf der Suche nach dem passenden Objekt

Das Pflegezentrum im Heslacher Generationenhaus wird vom Sozialunternehmen Leben und Wohnen betrieben. Die geplante Ausweitung des Angebots hat der Eigenbetrieb der Stadt Stuttgart noch nicht offiziell beim Gemeinderat beantragt. „Dazu müssen wir erst ein geeignetes Objekt finden“, sagt Sabine Bergmann-Dietz, die Geschäftsführerin von Leben und Wohnen. Vermutlich könne das Pflegezentrum das betreute Wohnen aber kostenneutral anbieten, erklärt sie. Deshalb ist sie zuversichtlich, dass der Gemeinderat das Projekt unterstützen wird.

Neben der Nähe zum Pflegezentrum soll die passende Wohnung vier bis fünf Zimmer haben und rollstuhlgerecht ausgebaut sein. „Eine gute Anbindung an den Nahverkehr ist ebenfalls ein Kriterium für uns“, sagt Andreas Weber, schließlich sollen die künftigen Bewohner am öffentlichen Leben teilnehmen können. Um die notwendige Unterstützung zu gewährleisten, soll täglich zu bestimmten Uhrzeiten eine Pflegekraft zu den Bewohnern kommen. „Und natürlich, wenn es akuten Bedarf gibt“, betont Weber. Deshalb sei es wichtig, dass die Wohnung in Heslach sei, dann nämlich könne die Infrastruktur des Generationenhauses genutzt werden.

Ziel: mehrere dezentrale Angebote

„Das langfristige Ziel ist es, mehrere solcher kleinen dezentralen Wohneinheiten zu betreuen“, sagt Bergmann-Dietz. Diese sollen bewusst nicht in einem Gebäude untergebracht sein. Im Sinne der Gesamtdiskussion um die Inklusion von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen sei es wichtig, keine Enklaven zu schaffen.

Das Heslacher Pflegezentrum ist auf die Betreuung von MS-Kranken spezialisiert. Deshalb wurde es vergangene Woche auch von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft als geprüfter Betrieb ausgezeichnet. Im Rahmen dieser Zertifizierung hatten zwei Mitarbeiter eine entsprechende Weiterbildung absolviert. Diese habe ihnen ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse der Bewohner des Pflegezentrums ermöglicht, sagen die beiden Fachkräfte Sabrina Hansmann und Sebastian Alban. Auch deshalb, weil in der theoretischen Ausbildung zur Pflegefachkraft Multiple Sklerose nur wenig behandelt werde. Multiple Sklerose wird aber deshalb die Krankheit der 1000 Gesichter genannt, weil das Krankheitsbild äußerst komplex ist. Die entzündliche Erkrankung des Nervensystems verläuft bei jedem Menschen anders.

// Weitere Infos www.schmid-stiftung.de/generationenhaus-heslach/pflegezentrum.php
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