In der Stadt Stuttgart mangelt es an Pflegeplätzen, daher will die Verwaltung den Standort in Schönberg unbedingt halten. Foto: dpa/Jens Büttner

Die Stadt will unbedingt an dem Pflegestandort in Stuttgart-Schönberg festhalten. Doch was, wenn sich kein Interessent für die seit Anfang 2021 leer stehende Immobilie findet?

Schönberg - Das Einzige, was die Stadt Stuttgart aktuell mit Bestimmtheit sagen kann: Der Pflegestandort Stuttgart-Schönberg, das ehemalige Heim der Bruderhaus-Diakonie, soll bestehen bleiben. Das heißt, das Grundstück kann nur für das Thema Pflege genutzt werden. „Davon wird auch zunächst nicht Abstand genommen“, sagt Alexandra Sußmann, die Stuttgarter Sozialbürgermeisterin, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Weil sich die Stadt selbst schwertut, in Schönberg ein Pflegekonzept zu entwickeln und zu verwirklichen, habe sie der Bruderhaus-Diakonie jüngst signalisiert, dass diese auch mit anderen Interessenten und möglichen Investoren verhandeln könnte. Allerdings eben immer unter der Maßgabe, dass an dem Standort nur eine Pflegeeinrichtung möglich ist. Sußmann verweist auf den eklatanten Mangel an Pflegeplätzen in der Stadt, da könne man unmöglich ein Grundstück freimachen, das für die Pflege reserviert sei.

Die SWSG prüft derzeit Konzepte für Schönberg

Könnte die Folge ein jahrelanger Leerstand in Schönberg sein? „Momentan haben wir dafür noch keine Anhaltspunkte“, sagt die Sozialbürgermeisterin. Die Bruderhaus-Diakonie hält sich zur Gemengelage in Stuttgart-Schönberg bedeckt. „Verantwortliche der Bruderhaus-Diakonie sind weiterhin im Gespräch mit der Stadt Stuttgart“, schreibt die Sprecherin Sabine Stei­ninger. Die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) prüfe derzeit noch Konzepte, um den Standort zu erhalten.

Eben dies hatte die Verwaltung jüngst auch im Sozialausschuss des Gemeinderats berichtet. Gegenüber unserer Zeitung ergänzt die Bürgermeisterin Sußmann zudem, dass sie inzwischen ihre Bürgermeisterkollegen Thomas Fuhrmann und Peter Pätzold stärker ins Thema involviert habe. Und sie deutet an, dass möglicherweise über die Konditionen für den Verkauf erneut gesprochen werden müsse. Würde der Verkaufspreis sinken, könnte das der Angelegenheit Schub verleihen.

Zur Erinnerung: Die Bruderhaus-Diakonie war Anfang 2021 von Schönberg in einen Neubau nach Altbach (Landkreis Esslingen) umgezogen. Seit dies im Jahr 2019 bekannt geworden ist, sucht die Stadt nach einer Lösung für Schönberg – bisher ohne Erfolg.