Die Zahl der Plätze in Pflegeheimen könnte von 2019 an wegen gesetzlicher Vorgaben zurück gehen. Foto: dpa

Werden Pflegeplätze aufgrund gesetzlicher Vorgaben bald knapp? Die Politik muss solche Befürchtungen ernst nehmen, fordert unser Autor Willi Reiners.

Stuttgart - Klappern gehört zum Handwerk. Insofern ist es nicht wirklich überraschend, wenn große Heimträger im Südwesten vor einer drohenden Unterversorgung mit stationären Pflegeheimplätzen warnen. Sie verweisen dabei auch auf die gesetzliche Einzelzimmervorgabe, die ab 2019 scharf gestellt wird. Viele heute noch belegte Heimplätze in Doppelzimmern werden der Regelung zum Opfer fallen. Bei ihren Bemühungen, der wachsenden Nachfrage nach stationären Pflegeplätzen ein ausreichendes Angebot entgegenzustellen, sehen sich die Träger indes vom Land alleingelassen. Und tatsächlich fällt auf, dass die Förderung des Pflegeheimbaus durch die Landesregierung kurz nach Verabschiedung der Einzelzimmervorgabe eingestellt wurde.

Erschwerend kommt hinzu, dass alle politischen Wegweiser in der Pflege aktuell auf eine Stärkung ambulanter Angebote deuten. Der Ansatz ist einerseits richtig, weil die Menschen so lange wie nur irgend möglich in den eigenen vier Wänden leben wollen. Andererseits spielt dabei für die Politik das liebe Geld eine zentrale Rolle, und das macht skeptisch. Das Land ist gut beraten, die Warnungen der Heimträger sehr ernst zu nehmen. Ein Notstand in der Versorgung mit stationären Heimplätzen käme einer sozialpolitische Bankrotterklärung gleich.

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