Das Bethanien ist bereits 40 Jahre alt und entspricht nicht mehr den Vorschriften für Pflegeheime. Ab 2019 will die Diak Altenhilfe einen Teil davon neu bauen. Foto: Sandra Hintermayr

Das Stadtplanungsamt und die Diak Altenhilfe haben dem Bezirksbeirat die Neubaupläne des Pflegezentrums in Stuttgart-Möhringen vorgestellt. Bei viel Lob hatten die Lokalpolitiker aber auch ein paar Sorgen.

Möhringen - Eine Sanierung ist schlichtweg nicht wirtschaftlich. Das Bethanien am Onstmettinger Weg wurde vor mehr als 40 Jahren erbaut, der Zahn der Zeit nagt an den Gebäuden; zudem entspricht die Unterbringung nicht mehr den Richtlinien der Landesheimbauverordnung (LHBV). Die besagt unter anderem, dass zu pflegende Menschen in Einzelzimmern leben sollen. Bis 2019 gibt die Verordnung den Heimen Zeit, die neuen Richtlinien umzusetzen. Die Diak Altenhilfe plant deswegen, einen Teil des Heimkomplexes neu zu bauen.

Insgesamt bleibt die Zahl der Plätze mit etwa 220 gleich, nur die Verteilung wird geändert. Derzeit können 170 Personen im Pflegeheim betreut werden, künftig wird der Bereich 120 Plätze umfassen. Der Gerontopsychiatrische Fachbereich (GPF) hat derzeit 48 Pflegeplätze, in der Neuplanung sind 100 Plätze vorgesehen.

Nistmöglichkeiten für Mauersegler und Spatzen

Hauptgebäude, Pforte und das Haus, das an die Personalwohnungen angrenzt, sollen abgerissen werden. Das Pflegeheim wird künftig im östlichen Bereich des Areals sein, anstelle des Hauptgebäudes soll ein Wohngebäude entstehen. Der GPF wird um einem Neubau erweitert. Im Prinzip entstehen so zwei benachbarte Pflegeheime. Die neuen Gebäude haben nach den bisherigen Planungen fünf Vollgeschosse. Im Wohngebäude könnten betreute Wohngruppen ebenso untergebracht werden wie Personalwohnungen oder Tagespflegeplätze. „Wie genau das Gebäude aufgeteilt wird, ist noch in der Planung“, erklärte Jan Ferenz vom Stadtplanungsamt im Bezirksbeirat.

Sicher ist: das Bethanien soll offener und freundlicher werden. „Die Wege zwischen den Gebäuden werden öffentlich zugänglich sein. Das wird wesentlich besser als heute“, sagte Florian Bommas, der Geschäftsführer der Diak Altenhilfe. Die Freiflächen auf dem Gelände sollen zudem neu gestaltet werden, die Spiel- und Turngeräte erhalten bleiben.

Fledermäuse, die Monika Herrmann-Lobreyer (Grüne) in der Sitzung ansprach, habe ein Gutachter nicht gefunden. Der Artenschutz ist dennoch Thema: Für Mauersegler und Sperlinge sollen Nistmöglichkeiten angebracht werden.

Bewohner sollen nur einmal umziehen

Dieter Bernhardt (SPD) nannte die vorgestellten Pläne eine gute Lösung. „Das ist eine deutliche Aufwertung der Anlage für die Bewohner.“ Die lockerere Bauweise und die geplanten Dachbegrünungen seien zudem auch für die Anwohner angenehm. Sorge bereitete Bernhardt der Baustellenverkehr ebenso wie die Parksituation im Gebiet. „Das ist ein großer Eingriff in die Wohnsiedlung, man muss beizeiten schauen, wie man das logistisch regelt“, ergänzte Herrmann-Lobreyer. Bommas versicherte, die Parkplätze würden ausreichen, und es werde versucht, für den Baustellenverkehr eine gute Infrastruktur zu schaffen.

Die Bezirksbeiräte stimmten den Plänen der Diak Altenhilfe zum Neubau Bethanien einstimmig zu. 22 Millionen Euro wird das Vorhaben vermutlich kosten. „Wir wollen mit dem Abbruch des ersten Gebäudes 2019 beginnen“, sagte Bommas. Man werde versuchen, die Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten. „Wir wollen, dass unsere Bewohner nur einmal umziehen müssen, von alt in neu. Interimslösungen wollen wir so weit es geht vermeiden“, sagte Bommas.

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