Für Demenzkranke ist ein sogenannter Demenzgarten geplant. Foto: Jens Büttner/dpa

Im Holzgerlinger Neubaugebiet Dörnach soll ein neues Pflegeheim für 45 Bewohnerinnen und Bewohner entstehen. Ende 2026 oder Anfang 2027 wird Spatenstich sein.

Die Gespräche und Planungen laufen bereits seit mehreren Jahren, nun ist der Startschuss in greifbarer Nähe: Der Bau des neuen Pflegeheims mit 45 Plätzen samt Wohngebäude für Mitarbeiter im Holzgerlinger Neubaugebiet Dörnach soll Ende 2026 oder Anfang 2027 beginnen.

 

Um das Projekt en détail vorzustellen waren Wolfgang Hesl, Geschäftsführer des DRK Kreisverbands Böblingen als Bauherr, sowie der Architekt Henning Volpp von der Gesellschaft für soziales Planen (GSP) jetzt im Gemeinderat zugegen. Mit dem Neubau wolle das DRK, das vor rund einem Jahr das bestehende Pflegeheim „Haus am Ziegelhof“ gekauft hatte, „die Lücke im Pflegebedarf schließen“, so Hesl. Dafür hatte sich unter anderem der Stadtseniorenrat seit Langem eingesetzt.

Drei Wohngruppen für 45 Bewohner

Im neuen Pflegeheim an der Ecke Wera-/Anne-Frank-Straße sollen drei Wohngruppen für 45 Bewohner geschaffen werden. Die Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss, ein Quartiersraum und ein Atelier, seien zentral für das Gebäude, so Volpp. In den oberen Stockwerken werden die Zimmer der Bewohner sein. Hochmodern, versteht sich. Das schließt neben WLAN und Co. ein, dass selbst besonders pflegebedürftige Bewohner im Pflegebett in nahezu jeden Bereich des Hauses geschoben werden können, sogar auf die Balkone. So können sie immer noch am Leben teilhaben, betonte Volpp. Selbiges gilt auch für Demenzkranke, die im sogenannten Demenzgarten weiterhin Zeit im Freien genießen können, dabei aber bei etwaigen Weglauftendenzen geschützt sind.

Als Verbindung zum nebenliegenden vierstöckigen Wohnhaus für Pflegekräfte mit insgesamt zwölf Appartements soll der Nachbarschaftsgarten dienen. Die Lösung mit den zwei Gebäuden sei ideal – der Arbeitsplatz ist zwar nah, aber man kann trotzdem die Haustür schließen und bekomme Abstand, erklärte der Architekt. Die Mitarbeiter sollen langfristig in den Wohnungen leben, freilich mit ihren Familien. Laut Hesl heutzutage ein unschlagbares Plus, wenn man Fachkräfte gewinnen und halten will.

Sonnenkollektoren auf den Dächern

Auf den Dächern beider Gebäude sollen Photovoltaik-Anlagen installiert werden, beheizt werden sie per Wärmepumpe. Einziger Unterschied: Während das Wohnhaus das Warmwasser ebenfalls über die Wärmepumpe bezieht, funktioniert das beim Pflegeheim über Fernwärme. Optisch werden beide Gebäude sich ähneln, lediglich die farblich abgesetzten Balkone beim Wohnhaus bilden einen Kontrast.

Da der Bau einer Tiefgarage finanziell nicht darstellbar gewesen wäre, wird es Stellplätze auf und außerhalb des Grundstücks geben. Unter anderem deshalb überschreitet das Bauvorhaben das Baufenster. Der Gemeinderat stimmte der Befreiung einstimmig zu, ebenso wie der Aufhebung des Zufahrtsverbots auf das Areal im Westen und Süden. „In der Hoffnung, dass es bald losgeht“, fügte Bürgermeister Ioannis Delakos an. Geplant sei der Baubeginn laut Kreisgeschäftsführer Hesl Ende diesen oder Anfang kommenden Jahres.