Niemand weiß, wie viele Spritzmittel auf baden-württembergischen Äckern ausgebracht werden. Foto: dpa

Die Naturschützer möchten wissen, wie viele Spritzmittel im Südwesten ausgebracht werden. Agrarminister Peter Hauk (CDU) betont, diese Daten würden bisher weder gesammelt noch ausgewertet. Er will aber bald einen Vorschlag machen.

Stuttgart - Um Informationen über Pestizide in Naturschutzgebieten zu bekommen, hat der Naturschutzbund Baden-Württemberg (Nabu) eine Klage gegen das Land angekündigt. Details will der Verband aber erst am Donnerstag, 21. März, bei einer Pressekonferenz in Stuttgart veröffentlichen. Das Land lehne es ab, die Daten weiterzugeben. Der Nabu will nun vor die Verwaltungsgerichte Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Sigmaringen ziehen. Bisher gibt es auch keinerlei Daten dazu, wie viele Pflanzenschutzmittel im Südwesten auf Äcker und Wiesen ausgebracht werden.

Der Nabu und Agrarminister Peter Hauk (CDU) liegen sich bei dem Thema seit März 2018 in den Haaren. Damals hatte der Nabu einen Pestizidbericht veröffentlicht, der allerdings auf bundesweiten Zahlen beruht und deshalb umgehend angezweifelt wurde, auch von Minister Hauk. Er sagte zudem, es gehe die Bevölkerung nichts an, wie viele Herbizide, Fungizide oder Insektizide die Landwirte, Obstbauern und Winzer ausbrächten. Nach Protesten nahm er diese Worte zurück. Er bleibt aber dabei, dass es derzeit nicht möglich sei, die Daten zu sammeln und auszuwerten, auch aus Datenschutzgründen, betont der Minister.

Hauk will aber demnächst eine Strategie zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln in Baden-Württemberg veröffentlichen, in der ein Vorschlag für diese Thematik enthalten sein könnte. Diese Strategie ist Teil eines Sonderprogramms zur Artenvielfalt, das das Land im Herbst 2017 nach dem Bekanntwerden von Studien zum Insektensterben ins Leben gerufen hatte.

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