Im Magnolienhain des Maurischen Gartens sind jetzt Feuchtigkeitsmesser installiert worden. Foto: Iris Frey

Die Blätter oft nur hellgrün, dazu noch Totholzbildung: Die Magnolien sind die ältesten Pflanzen im Stuttgarter zoologisch-botanischen Garten – und sie haben Probleme. Nun werden sie weiter begutachtet, um herauszufinden, woran sie leiden.

Im Frühjahr ziehen die blühenden Magnolien im Maurischen Garten der Wilhelma zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Doch die beliebten Tulpenbäume haben seit geraumer Zeit Probleme. Das berichtet auch die Leiterin der Parkpflege, Katja Siegmann. Manche der Pflanzen werfen ihre Blätter früher als üblich ab. Andere haben Chlorosen, das heißt, ihre Blätter sind hellgrün statt saftig grün. Bei Chlorosen gibt es einen Mangel an Blattgrün, dem Chlorophyll. Allerdings wirken die Magnolien im Maurischen Garten derzeit ganz gesund, die Blätter seien saftig grün. „Das könnte bedeuten, dass erste Maßnahmen greifen“, sagt Siegmann. Welche Maßnahmen das genau sind, will sie nicht verraten. Die Wilhelma habe Experten hinzugezogen und verschiedene Maßnahmen ergriffen. Dieser Tage ist ein Baumgutachter in der Wilhelma, der die Vitalität der Bäume untersucht. Aber es gibt auch noch andere Probleme bei den Magnolien: Astpartien sterben ab und es bildet sich Totholz. Das beobachte man an vielen Bäumen aus den letzten Jahren, sagt Siegmann.

 
Im Frühjahr zieht die Magnolienblüte in der Wilhelma etliche Besucher an. Foto: www.imago-images.de/Arnulf Hettrich via www.imago-images.de

An den Bäumen sterben Äste und bildet sich Totholz

In der Wilhelma wachsen derzeit 95 Magnolien in 27 Sorten. Im Maurischen Garten stehen 67 Magnolien, davon neun Exemplare, die etwa aus der Zeit um 1850 stammen. Die meisten dieser Magnolien sind Tulpenmagnolien in acht Sorten. Sie blühen, bevor sie Blätter bilden und ziehen im Frühjahr die Aufmerksamkeit auf sich. Dann gibt es noch die nordamerikanischen Magnolien, die erst Blätter bilden, dann blühen. Welche der Magnolienarten Probleme haben, ist noch unklar. Das werden die Einschätzungen über die Vitalität geben. „Da gibt es noch kein eindeutiges Bild“, sagt Siegmann.

Bäume stehen aufgrund des vielen Regens besser da

Eine konkrete Maßnahme gibt es indes im Maurischen Garten bereits: Dort wurden Bodenfeuchtesensoren bei den Magnolienbäumen eingerichtet. Diese gibt es ja mit Blick auf den Klimawandel auch bei den Mammutbäumen. Die stünden dieses Jahr aufgrund des vielen Regens allerdings besser da, was sehr erfreulich sei, sagt Siegmann. Für genauere Diagnosen brauche man Geduld und Zeit. „Wir müssen bis nächstes Jahr abwarten und schauen, ob die Maßnahmen greifen.“